Fonds Gesundes Österreich fordert konsequente Maßnahmen gegen Alkoholkonsum unter 16

Alkopops verführen Jugendliche zum frühen Alkoholkonsum

Wien (OTS) - Jugendliche fangen immer früher zu trinken an und sie trinken immer riskanter. Ihre ersten Erfahrungen machen die jungen ÖsterreicherInnen heute zwischen dem 11. und dem 13. Lebensjahr. Knapp zehn Prozent der 13-Jährigen haben Alkohol schon mehr als 40 Mal konsumiert. 93% der 15 bis 16-Jährigen haben bereits Alkohol konsumiert, damit liegt Österreich um 10 Prozentpunkte über dem EU-Durchschnitt. Ernüchternd, wenn man bedenkt, dass der Konsum von Alkohol in Österreich erst ab 16 erlaubt ist. Im Zunehmen ist auch der Trend zum "Trinken bis zum umfallen" (binge drinking). Von 2002 bis 2005 verzeichneten Ärzte eine Zunahme der Alkoholvergiftungen bei Jugendlichen um 27%.

Die Folgen

Die WHO stellt ganz klar fest: Jugendliche sind viel stärker gefährdet, körperliche, emotionale und soziale Schäden durch Alkoholkonsum zu erleiden. Zudem besteht bei regelmäßigem Alkoholkonsum von Jugendlichen ein hohes Risiko dafür, dass diese auch in späteren Jahren alkoholabhängig und somit alkoholkrank werden.

"Österreich liegt beim Alkoholkonsum Jugendlicher im europäischen Spitzenfeld", betont Dennis Beck, Geschäftsführer des Fonds Gesundes Österreich (FGÖ). Alkopops haben einen wesentlichen Anteil an dieser Besorgnis erregenden Entwicklung: es sind bunte, süße Mischungen von Limonade mit ca. 4cl Hochprozentigem - trendig verpackt und perfekt beworben. Während der bittere bzw. saure Geschmack von Bier und Wein für Kinder und Jugendliche eine natürliche Hemmschwelle darstellt, wird diese durch Alkopops gezielt durchbrochen. "Alkopops sind damit für Jugendliche nach wie vor DIE Einstiegsdroge in den Alkoholkonsum, weil sie wie Limo schmecken, aber im Schnitt 2 Schnäpse enthalten." so Dennis Beck.

Maßnahmenpaket

"Patentrezepte gegen den exzessiven Alkoholkonsum Jugendlicher gibt es nicht." warnt Beck vor einfachen Antworten und betont:
"Aufgrund der komplexen Ursachen für den Alkoholmissbrauch muss es auf verschiedenen Ebenen Maßnahmen geben."

Die individuellen Ebene:

Hier gilt es zu informieren und frühzeitig aufzuklären. Ein Beispiel dafür ist die derzeit laufende Kampagne "Mehr Spaß mit Maß" des Fonds Gesundes Österreich. In der Sprache der Jugendlichen und mit Humor sollen Teenager zu einem maßvollen und vernünftigen Umgang mit Alkohol bewegt werden.

Die legistische und strukturelle Ebene.

Derzeit gilt in ganz Österreich, dass der öffentliche Konsum von Alkohol von Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren verboten ist. Allerdings werden diese Abgabebestimmungen mehr als lax gehandhabt:
Testkäufe in Handel und Gastronomie (Mistery Shoppings bzw. Mistery Guests) zeigen, dass unter 16-Jährige in etwa 97% der Fälle Alkohol erhalten.

Der FGÖ tritt deshalb für eine rigorose Kontrolle des geltenden Rechts ein. Durch Testeinkäufe sollen die MitarbeiterInnen aus Gastronomie und Handel für die Alkoholproblematik sensibilisiert werden. Bei Nichteinhaltung der gesetzlichen Bestimmungen soll es als ersten Schritt verpflichtende Schulungen geben, im Wiederholungsfall auch Strafen. "Im Rahmen eines vom FGÖ und dem Land Vorarlberg geförderten Projektes wurde durch diese Maßnahmen die Abgabequote innerhalb von zwei Jahren um 64% verringert und liegt derzeit bei 33%." ist Beck vom Erfolg dieser Strategie überzeugt.

Weitere Möglichkeiten sind eine höhere Besteuerung von Alkohol. In Frankreich ist nach einer Zusatzsteuer auf Alkopops der Markt praktisch zusammen gebrochen. Wesentlich ist jedoch, die Rahmenbedingungen auch dort zu verändern, wo die Jugendlichen sich aufhalten und ihre Freizeit verbringen. Zwei erfolgreiche Modelle:

Im Projekt "Bob" wird vor Discobesuchen im voraus ein Fahrer bestimmt, der den ganzen Abend alkoholfrei bleibt und für die anderen den Chauffeur spielt.

Ein Beispiel für Kooperationen mit Handel und Gastronomie sind die "Gastro-Ok-Betriebe", welche auf verkaufsfördernde Maßnahmen für Alkohol, wie z.B. happy hours, verzichten. Ein Positiv-Beispiel sind "Alkfree-Aktionen", wo alkoholfreie Getränke zu günstigen Preisen angeboten werden.

Die kulturelle und gesellschaftliche Ebene

Hier geht es um den Stellenwert von Alkohol und den Umgang mit Alkohol in unserer Gesellschaft. Erwachsene spielen hier als Vorbilder eine ganz wichtige Rolle.

"Mit strengeren Kontrollen können wir innerhalb kurzer Zeit viel erreichen. Die wirksamste Vorbeugung besteht jedoch darin, Kindern und Jugendlichen sozialen Halt zu geben, ausreichend Lehrstellen und Jobs anzubieten und Kinder und Jugendliche bei ihrem eigenen Weg zur persönlichen Sinnfindung zu unterstützen." lässt Dennis Beck über die langfristige Strategie keinen Zweifel.

Ein Portraitfoto von Dennis Beck in druckfähiger Auflösung finden Sie unter http://www.ots.at/redirect.php?portraitfoto

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Mag. Markus Mikl
Pressereferent Fonds Gesundes Österreich
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