AK Untersuchung zeigt: Gewinne der ATX Unternehmen explodieren - Arbeitnehmer haben wenig davon

53 Prozent höhere Gewinne, 58 Prozent mehr Dividenden, 30 Prozent mehr für die Vorstände aber nur ein Prozent mehr für die ArbeitnehmerInnen

Wien (OTS) - Im Schnitt um 53 Prozent sind die Gewinne der 20 ATX Unternehmen 2005 gestiegen, gleich um 58 Prozent die ausgeschütteten Dividenden. Für die Vorstände wurde um 30 Prozent mehr aufgewendet als 2004. Die Gewinner dieser Entwicklung sind somit klar: Aktionäre und Vorstände - die Beschäftigten aber auch der Staat haben nur wenig davon. Das zeigt eine AK Untersuchung aller ATX Unternehmen auf Basis der veröffentlichten Geschäftsberichte 2005 bzw. 2004/2005. Den Rekordgewinnen steht nämlich auf der anderen Seite ein durchschnittlicher Anstieg des Personalaufwandes um nur ein Prozent und ein Rückgang des Steuersatzes um 3,7 Prozentpunkte gegenüber. "Die Schieflage wird immer ärger", sagt Heinz Leitsmüller, Leiter der Abteilung Betriebswirtschaft der AK Wien, "die Gewinne explodieren, die Dividenden und Vorstandsgagen steigen. Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben nichts davon. Trotz Rekordgewinnen zahlen die Unternehmen relativ immer weniger Steuern, die Steuerlast der Arbeitnehmer steigt. Diese Entwicklung muss gestoppt werden."

Die Abteilung Betriebswirtschaft der AK Wien hat die 20 ATX Unternehmen (Agrana, Andritz, BACA, betandwin, Böhler, BWT, Erste Bank, EVN, Flughafen Wien, Mayr-Melnhof, OMV, Raiffeisen International, RHI, SBO, Telekom Austria, Uniqa, Verbund, Voestalpine, Wiener Städtische, Wienerberger) auf Basis der veröffentlichten Geschäftsberichte 2005 bzw 2004/2005 untersucht. Diese Unternehmen beschäftigten 2005 konzernweit 295.000 Personen.

Die Ergebnisse im Detail

+ Nach dem Rekordjahr 2004 erhöhten sich die Ergebnisse vor Steuern der ATX Unternehmen 2005 im Schnitt um 53 Prozent. Insgesamt werden von den 20 ATX Unternehmen 8,3 Milliarden Gewinn vor Steuern ausgewiesen.

+ Insgesamt werden 1,8 Milliarden Euro von diesen Unternehmen als Dividende ausgeschüttet, das ist ein Plus von 58 Prozent.

+ Insgesamt wurden 2005 für die Vorstände der österreichischen ATX Unternehmen um 30 Prozent mehr aufgewendet als 2004. Auffällig sind bei den Vorstandsgehältern, der Anstieg der variablen Vergütungsbestandteile, die Komplexität der diversen Stock Option -Pläne und die kurzfristigen Parameter (Aktienkurs) an die diese zumeist geknüpft sind.

+ Signifikante Beschäftigtenzuwächse gab es hauptsächlich im Ausland (Osteuropa) durch Zukäufe (Beispiel EVN: plus 4.000 - bulgarischer Stromversorger, Telekom: plus 2.300 - Mobiltel Bulgarien, Raiffeisen International: plus 16.600 Bank Aval, Ukraine). Das niedrige Lohnniveau in den CEE Ländern trägt entscheidend zu den Gewinnsteigerungen der Konzerne bei. Gleichzeitig werden auch Rationalisierungsschritte gesetzt: Beispielsweise sind bei der rumänischen Petrom (OMV-Konzern) im Jahr 2005 rund 6.300 Mitar-beiterInnen abgebaut worden.

+ Der Personalaufwand pro Kopf beträgt im Durchschnitt dieser 20 Unternehmen 35.500 Euro, das entspricht einem Anstieg um ein Prozent. Hier gibt es große Unterschiede: Unternehmen, die fast ausschließlich in Österreich tätig sind (zB Verbund), haben einen deutlich höheren Personalaufwand pro Kopf, als Unternehmen, die fast ausschließlich in (Ost)EU tätig sind wie zB Raiffeisen International, die nur rund 180 MitarbeiterInnen in Österreich beschäftigen.

+ Der durchschnittliche Steuersatz (= Ertragsteuer lt. Konzern G&V im Verhältnis zum Ergebnis vor Steuern) ist 2005 von 26 Prozent auf 22,3 Prozent zurückgegangen.

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