Neue KÄRNTNER TAGESZEITUNG - Kommentar:

Ausgabe 3.6.2006

Klagenfurt (OTS) - Lässig zerknautschte Jeans. Lockeres Polohemd. Solcherart adjustiert erschien Josef Feldner, Langzeitobmann des Kärntner Heimatdienstes, zum Interview in der KTZ-Redaktion. Vor noch nicht langer Zeit wäre derselbe Feldner medaillenklirrend im Kärntneranzug anmarschiert, und statt liebenswertester hätte er eine kaltstramm verzerrte, Slowenen fressende Miene (die gibts in der Tat ...) mitgebracht.

Mit der grandiosen Verwandlung (die Kärnten mehr bringt als manch ein Event) beschäftigen sich längst auch verdutzte Autoren überregionaler Zeitungen. "Die Presse erblickt eine Wandlung des Ultra-Kärntners". Im "Standard" wird Feldner wie folgt zitiert: "Ich war menschlich berührt, dass ich mit den Slowenen in unserer gemeinsamen Heimat Kärnten eine Brücke bauen konnte."
Katharsis: Läuterung, Ablegung von Spannung als Wirkung eines Dramas ist darunter zu verstehen. Womit der Fall geklärt scheint, war doch die Volksgruppenthematik selten einmal frei von Trauerspielen gewesen.
Da passiert es sogar, dass des Ex-Scharfmachers Läuterung coram publico ein feines, weinbefeuchtetes Du entsprießt, sich an die Seele eines Slowenen-Funktionärs schmiegt. Kärnten ist anders, heißt es allenthalben. Die Ansätze für ein anderes anderes Kärnten dürften nicht die schlechtesten sein.

Rückfragen & Kontakt:

chefredaktion@ktz.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | KTI0001