ORF-Stiftungsrat Strobl zur Causa Mück: Offener Brief an ORF-Generaldirektorin Lindner

Vorwürfe von ORF-Mitarbeitern gegen ORF-Chefredakteur werden immer massiver und schwerwiegender

Wien (OTS) - Offener Brief
An ORF-Generaldirektorin
Frau Dr. Monika Linder

Sehr geehrte Frau Generaldirektorin!

Sie haben - angesichts meiner Anregung als ORF-Stiftungsrat, ORF-Chefredakteur Werner Mück vorübergehend von seinem Amt zu entheben und eine Untersuchungskommission einzusetzen, die alle Vorwürfe prüft - mehr Substanz verlangt. In der aktuellen Ausgabe des Profil vom 2. Juni 2006 erheben führende ORF-Redakteure erstmals konkrete Manipulationsvorwürfe in Zusammenhang mit der Eurofighter-Beschaffung. Die Vorwürfe gegen ORF-Chefredakteur Werner Mück werden damit immer massiver und schwerwiegender.

Eine Antwort Ihrerseits steht dazu genauso aus, wie etwa zu der Aussage eines ORF-Mitarbeiters laut Profil vom 29.Mai, wonach Mück zu ihm gesagt habe: ‚Ich kann Sie jederzeit (beruflich) umbringen’. Es ist Aufgabe der ORF-Geschäftsführung wie des ORF-Stiftungsrates, dafür Sorge zu tragen, dass im ORF kein System der permanenten politischen Manipulation entsteht, das scheinbar mit Angstausübung, Karrieredruck und Mobbying aufrechterhalten wird.

Ich erneuere daher meine Anregung an Sie, Chefredakteur Mück bis zur Klärung aller gegen ihn erhobenen Anschuldigungen vorübergehend von seiner Funktion zu entheben und eine Untersuchungskommission analog zur "Causa Seledec" einzurichten, deren Mitglieder Garanten dafür sind, dass eine umfassende und objektive Klärung erfolgen kann. Ich ersuche Sie, diese Anregung als die Sorge eines Aufsichtsrates um die Glaubwürdigkeit und damit auch die Legitimierung des Öffentlich-Rechtlichen zu verstehen.

Mit freundlichen Grüßen,

Pius Strobl
(von den Grünen nominierter ORF-Stiftungsrat)

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Pius Strobl

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