Europäische Regulatoren starten Initiative zur Gründung eines regionalen Gasmarktes in "Süd-Ost" Europa

Rom/Wien (OTS) - Initiative unterstützt die Wettbewerbs- und Versorgungssicherheitspolitik der Europäischen Kommission -Wettbewerbshindernisse in den vier EU-Regionen sollen aufgezeigt und überwunden werden - Wichtige Basis für den gemeinsamen europäischen Energiebinnenmarkt

Die Gruppe der europäischen Regulatoren für den Strom- und Gasmarkt (ERGEG) der südlichen und östlichen Länder der Europäischen Union hat am 1. Juni 2006 in Rom die neue Regionale Initiative für Süd und Südosteuropa gestartet, die die Gasmärkte der Slowakei, Tschechiens, Österreichs, Ungarns, Sloweniens, Italiens sowie Polen und Griechenland zu einem regionalen Gasmarkt näher zusammen bringen soll. "Das Hauptziel dieser Regionalen Initiative ist es, die Haupthindernisse für den Wettbewerb zunächst auf regionaler Ebene aufzuzeigen und in weiterer Folge durch eine verstärkte Zusammenarbeit der benachbarten Regulatoren abzubauen", erläutert der Geschäftsführer der Energie-Control GmbH, DI Walter Boltz, der gemeinsam mit seinem italienischen Kollegen Alessandro Ortis den Vorsitz dieser Initiative inne hat.

Und weiter: "Die Initiative der Regulatoren deckt sich auch mit der Wettbewerbs- und Versorgungssicherheitspolitik der Europäischen Kommission, die ja bereits mehrmals die Notwendigkeit zur raschen Entwicklung regionaler Energiemärkte betont hat."

Länder der Süd-Südost-Region für Gastransite unerlässlich

Nahezu die Hälfte der europäischen Gastransite gehen durch die Länder der Süd-Südost-Region. "Das bedeutet, dass ein funktionierender Gas-Binnenmarkt nur dann entstehen kann, wenn grenzüberschreitende Gastransporte auf regionaler Ebene effizient organisiert sind.", erläutert Walter Boltz.

Die derzeitige Situation am europäischen Gasmarkt ist jedoch noch weit davon entfernt, diese Anforderungen zu erfüllen. Die Überprüfung des Verhaltens der Marktteilnehmer zeigt, dass transparente Zugangsregeln für den Gastransit noch in bedeutendem Ausmaß fehlen. "Dadurch entstehen beträchtliche Unterschiede zwischen den einzelnen Systemen, die den effizienten Gasfluss beeinträchtigen könnten. Die noch bestehenden Hindernisse wurden unter anderem auch im Zwischenbericht der Branchenuntersuchung der Europäischen Kommission aufgezeigt.", betont Walter Boltz.
An der Initiative beteiligen sich - unter der Führung der ERGEG-Gruppe - Regulatoren, Unternehmen, die Regierungen der Mitgliedsländer, die Europäische Kommission und andere interessierte Marktteilnehmer.

Der Regionale Gasmarkt Süd-Ost

Für die ERGEG Initiative wurden vier Regional Energy Markets festgelegt:

  • "Nord-West" (Niederlande, Belgien, Frankreich, Großbritannien, Irland),
  • "Nord" (Deutschland, Niederlande, Schweden),
  • "Süd" (Spanien, Portugal und Südfrankreich)
  • "Südost" (Italien, Österreich, Slowakei, Ungarn, Slowenien, Griechenland, Polen und Tschechien).

Die Südost Region spielt eine wichtige Rolle für die Versorgung Europas mit Gas. Sie ist selbst ein wichtiger Markt mit einem Verbrauch von fast 140 Mrd. m"/Jahr (28% des Verbrauchs der Europäischen Union) und ist gleichzeitig eine Schlüsselregion für den Transit von Gas durch mehrere Pipelines zu Verbrauchszentren in Westeuropa. Fast 100% der europäischen Gasimporte aus Russland werden durch diese Region transportiert.

AEEG und E-Control führen den Vorsitz des regionalen Marktes Süd-Ost Europa

Die Initiative "Südost" wird von der italienischen und österreichischen Regulierungsbehörde angeführt. Hauptthemen der Initiative sind das Monitoring der praktischen Umsetzung der Europäischen Gasrichtlinie 2003/55 und der europäischen Verordnung 2005/1775 (die mit 1. Juli 2006 in Kraft tritt und die Zugangsregeln zu den europäischen Gasnetzen harmonisieren soll), die Analyse des regionalen Gasmarkts und seiner Probleme mit Hilfe von praktischen Casestudies über Gastransporte durch die Region, die Verbesserung der Transparenzvorschriften für den Zugang zu Gasspeichern und Hubs (Handelsplatz) sowie die Zusammenarbeit auf technischer und organisatorischer Ebene zwischen benachbarten Netzen. Ein detaillierter Aktionsplan zur Initiative soll im Herbst präsentiert werden.

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