Wenn die Versicherung nicht zahlt

Linz (OTS) - Entgegen vielen Werbeankündigungen zahlen Versicherungen nicht immer. Begründet wird eine Leistungsablehnung meist mit einer Klausel aus den Versicherungsbedingungen. Die AK-Konsumenten-berater/-innen konnten für Versicherte strittige Ansprüche in Höhe von 252.904 Euro durchsetzen.

In der Konsumenteninformation der Arbeiterkammer Oberösterreich haben sich im vergangenen Jahr 4.563 Konsumenten/-innen mit Beschwerden bzw. Anfragen zu Versicherungsfragen gemeldet. Vor allem Fälle, in denen Versicherungen für Schäden nicht aufkommen wollen, häufen sich. Leistungsablehnungen betreffen vor allem die Unfall-, Haushalts-, Eigenheim-, die Kranken-, sowie die Reisestorno- und Reisegepäckversicherung.

Ausgangspunkt der meisten Leistungsablehnungen sind die Versicherungsbedingungen. Denn versichert ist nur, was im Kleingedruckten zunächst ausdrücklich aufgezählt und dann nicht wieder ausgenommen wird. Aufgrund ihres Umfanges sind die Versicherungsbedingungen für die Konsumenten/-innen nicht mehr lesbar. Fachbegriffe und Querverweise von allgemeinen in besondere Versicherungsbedingungen erschweren zusätzlich deren Verständnis. Dadurch wissen Versicherungsnehmer/-innen oft gar
nicht, wogegen sie konkret versichert sind und welche Versicherungslücken bestehen.

Unverständnis ruft bei vielen Versicherten auch die Kündigung durch den Versicherer im Schadensfall hervor. Gesetzlich ist das zwar nur bei der Feuer-, Haftpflicht- und Hagelversicherung vorgesehen, die Versicherer haben dieses Kündigungsrecht allerdings durch Vertragsklauseln bereits auf viele andere Sparten ausgedehnt. Während die gesetzliche Kündigung im Schadensfall beide Seiten gleich behandelt - und beiden Teilen unter den selben Voraussetzungen ein Kündigungsrecht einräumt - führen viele vertragliche Kündigungsrechte zu einer Benachteiligung der Versicherten. So kann die Versicherung bei Eintritt jedes Schadens kündigen, die Versicherten aber nur, wenn der Versicherer eine Leistung zu Unrecht verzögert oder abgelehnt hat.

Die oberösterreichische Arbeiterkammer wird in einem Musterverfahren gegen diese für Konsumenten/-innen nachteiligen Klauseln vorgehen.

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