• 02.06.2006, 10:59:32
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  • OTS0102 OTW0102

Rieder: Wiener Hafen weiter auf Erfolgswelle

Leistungsbilanz 2005: 40 Mio. Euro Umsatz, 11 Mio. Tonnen Fracht, 180.000 Passagiere

Wien (OTS) - "Der Wiener Hafen konnte im Geschäftsjahr 2005 in
nahezu allen Bereichen - vom Umsatz und dem Ergebnis der
gewöhnlichen Geschäftstätigkeit über die umgeschlagenen Gütermengen
bis hin zu den im Personenhafen abgefertigten Passagieren - starke
Zuwächse verzeichnen und damit seine Rolle als wichtigstes und
größtes österreichisches Güterumschlagzentrum an der Donau weiter
festigen", erklärte Finanz- und Wirtschaftsstadtrat Vizebürgermeister
Dr. Sepp Rieder bei der Präsentation der Leistungsbilanz der Wiener
Hafen-Gruppe am Freitag, gemeinsam mit dem Geschäftsführer des Wiener
Hafens, Dir. Friedrich Pacejka, sowie dem Geschäftsführer der Wien
Holding, Dir. Peter Hanke.

"Bis zum Jahr 2008 bauen wir den Wiener Hafen weiter massiv aus
zu einer der modernsten und leistungsstärksten Logistikdrehscheiben
in Mitteleuropa. Im Mittelpunkt des größten Ausbauprogrammes in der
Geschichte des Wiener Hafens stehen die Errichtung eines neuen
Containerterminals, der Ausbau der Bahn- und Straßeninfrastruktur im
und um den Hafen und der Einbau eines neuen Hafentores im Hafen
Freudenau zum Hochwasserschutz. Insgesamt investieren wir im Zeitraum
2005 bis 2008 mehr als 150 Millionen Euro in die Hafenerweiterung",
so Rieder weiter.

Bei den Hafeninfrastrukturmaßnahmen wurde im Jahr 2005 die
Kaianlage im Hafen Albern um 5,5 Millionen Euro komplett erneuert und
die Schüttguthalle um zwei zusätzliche Verladetrichter ergänzt. Auch
private Unternehmen investieren massiv am Hafengelände. So hat die
Biodiesel Vienna im Ölhafen Lobau die größte Biodieselraffinerie
Österreichs errichtet.****

o Leistungsbilanz 2005:

Mehr Umsatz, mehr Fracht, mehr Passagiere und mehr Schiffe
Der Umsatz der Wiener Hafen-Gruppe - das sind die Wiener Hafen GmbH
und ihre Tochterunternehmen - ist auf 40 Millionen Euro geklettert.
Im Jahr 2004 waren es 37,9 Millionen Euro. Das entspricht einer
Steigerung um 5,5 Prozent. Das Ergebnis der gewöhnlichen
Geschäftstätigkeit (EGT) konnte von 6,4 Millionen Euro auf 8,2
Millionen Euro (plus 28,0 Prozent) erhöht werden.
Im Logistikzentrum Hafen Wien - es umfasst das gesamte Hafenareal mit
der Wiener Hafen-Gruppe und alle weiteren dort ansässigen privaten
Unternehmen - wurden 2005 zusammen 11 Millionen Tonnen Güter
umgeschlagen (2004: 10 Millionen Tonnen). Davon entfielen 4,5
Millionen Tonnen Güter auf die Wiener Hafen-Gruppe, das waren um 25
Prozent mehr als im Vorjahr (2004: 3,6 Millionen Tonnen).
Alle rund 120 im Wiener Hafen angesiedelten Unternehmen, darunter
Logistiker wie Schenker, Kühne & Nagel, DHL oder die Rail Cargo
Austria beschäftigten im Jahr 2005 insgesamt rund 5.000
ArbeitnehmerInnen. Die Wiener Hafen-Gruppe erhöhte ihren
Personalstand auf 218 MitarbeiterInnen.

Kennzahlen                                                  
Wiener Hafen                  2004       2005    Steigerung 
                                                 in Prozent 

Zentrum Hafen Wien                                          
(alle Firmen)                                               
Gesamtumschlag in Mio. t        10         11          +10  

Gruppe Wiener Hafen                                         
(Stadt Wien)                                                
Güterumschlag in Mio. t                                             
3,6        4,5         +5,5
Abgefertigte Schiffe         1.386      1.670        +20,5  
Containerterminal in TEU   200.000    225.000        +12,5  
Autoterminal (PKW in Stück) 86.000     77.000        -10,5  

Personalstand                  215        218         +1,4  
Umsatz gesamt in Mio. Euro    37,9         40         +5,5  
EGT/WH-Gruppe in Mio. Euro     6,4        8,2        +28,1  

Personenhafen Wien                                          
Schiffe                       3350       3670         +9,5  
Passagiere                 162.000    180.000        +11,1  
DDSG Blue Danube                                            
Verkaufte Tickets          273.000    265.000         -2,9

Ein Viertel mehr Transporte zu Wasser: 1.670 Schiffe, 1,7 Mio.
Tonnen Fracht

Im Vergleich zum Jahr 2004 konnte das Transportaufkommen zu
Wasser um ein Viertel gesteigert werden. 1.670 Schiffe haben 1,7
Millionen Tonnen Waren in die Wiener Hafenanlagen gebracht oder von
dort abgeholt. Müsste diese Warenmenge per LKW transportiert werden,
wäre die LKW-Kolonne rund 1.000 Kilometer lang und würde damit von
Wien bis nach Turin reichen.

Zurückzuführen ist diese gewaltige Steigerung auf zwei
Entwicklungen: So erfolgen die Mineralöltransporte immer öfter per
Schiff. Und die im Jahr 2004 fertig gestellte Schüttguthalle im
Wiener Hafen hat zusätzliche Marktpotenziale geöffnet, wodurch der
Schüttgutsektor (z.B.: Kunstdünger, Streusalz, Gesteine, chemische
Rohstoffe) um 60 Prozent gewachsen ist, und zwar von 147.000 Tonnen
auf 236.000 Tonnen.

Fast ein Drittel aller Neuwagen kommt über den Wiener Hafen
ins Land

Über den Autoterminal im Wiener Hafen wurden im Jahr 2005 über
77.000 (2004: 86.000) Neufahrzeuge transportiert. Somit kommen fast
30 Prozent aller Neuwagen über den Wiener Hafen nach Österreich.
Damit ist der Wiener Hafen der wichtigste Auto-Verteilknoten in der
Region Ostösterreich mit einem überproportionalen Wachstum von 50
Prozent seit 1999. Der Rückgang im Jahr 2005 ist auf die extrem hohe
Nachfrage an Neuwagen in den osteuropäischen Ländern zurück zu
führen, die für die Autohersteller mehr Direkttransporte vom Werk zu
den Händlern in Osteuropa möglich gemacht hat, also ohne
Zwischenstopp im Autoverteilzentrum.

Boom im Containergeschäft: Plus 12 Prozent

Der Containerterminal der WienCont GmbH, einer Wiener
Hafen-Tochter, setzte 2005 sein dynamisches Wachstum fort, mit einem
Anstieg auf 225.000 Containereinheiten (TEU). Das Unternehmen konnte
den Rekord von 2004 mit 200.000 TEU neuerlich um 12 Prozent
steigern. Damit hat sich das Containergeschäft seit dem Jahr 2000
verdoppelt. Die bestehenden Container-Terminaleinrichtungen mit einer
Fläche von 75.000 Quadratmetern waren somit komplett ausgelastet.

Im Containergeschäft hat sich der Wiener Hafen in den letzten
Jahren zu einem Spezialisten vor allem im Überseefrachtverkehr
entwickelt. 46 Containerzüge sind pro Woche zwischen Wiener Hafen
und den Seehäfen, wie Rotterdam, Hamburg, Bremerhafen und Duisburg
sowie zu Knotenpunkten Osteuropas, wie Budapest und Bratislava
unterwegs. Weitere Züge verbinden den Wiener Hafen mit den
Mittelmeerhäfen Triest (IT), Koper (Slowenien) und
Rijeka (Kroatien).

Die zusammen mit den ÖBB betriebenen Leercontainerdepots in
Graz, Wels und Villach nimmt der Markt gut an, sie werden dynamisch
weiter entwickelt und an Kundenbedürfnisse adaptiert.
180.000 Passagiere frequentierten den Personenhafen Wien
180.000 Passagiere nutzten 2005 den Personenhafen Wien, das ist eine
Steigerung um 11 Prozent (2004: 162.000 Menschen). 3.670 Schiffe
machten 2005 an den Anlegestellen in Wien fest (2004: 3.350 Schiffe).

Das Unternehmen Wiener Donauraum, das die Schiffanlegestellen im
Donaukanal und das Schifffahrtszentrum an der Reichsbrücke betreibt,
konnte seinen Umsatz um 15 Prozent auf 4,3 Millionen Euro steigern.
Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit wurde beinahe
verdreifacht, von 0,9 Millionen Euro auf 2,4 Millionen Euro.

DDSG Blue Danube Schifffahrt mit Umsatzsteigerung
Twin City Liner pendelt seit 1. Juni zwischen Wien und Bratislava
Die DDSG Blue Danube Schifffahrt GmbH konnte ihren Umsatz im
Geschäftsjahr 2005 um 5 Prozent steigern. Ein leichter Rückgang bei
den verkauften Tickets (265.000 Stück) ist auf die schlechte
Wettersituation im Sommer des Geschäftsjahres 2005 zurückzuführen.
Diese hat die Nachfrage im Linienverkehr auf den touristischen
Strecken in Wien und der Wachau beeinträchtigt. Die DDSG konnte durch
verstärkte Abendveranstaltungen und Themenfahrten dieses
Geschäftsfeld stark beleben.

Die DDSG Blue Danube agiert auch als Partner der Central Danube
Region GmbH, und zwar im Bereich Schifffahrtsbetrieb und im
Ticketverkauf für den "Twin City Liner", die neue
Schnellboot-Verbindung, zwischen Wien und Bratislava, die am 1. Juni
2006 ihren Betrieb aufgenommen hat.

Hafenausbau lief 2005 planmäßig: Neue Kaiananlage im Hafen
Albern, zusätzliche Verladetrichter für Schüttguthalle

Der Ausbau des Wiener Hafens läuft planmäßig. 2005 wurde der
Neubau der Kaianlage im Hafen Albern um 5,5 Millionen Euro
abgeschlossen. Damit ist das Hafenbecken für die Anforderungen der
Schifffahrt auf die Sicht von 50 Jahren wieder bestens gerüstet.
Weiters wurde im Vorjahr die im Jahr 2004 errichtete Schüttguthalle
um zwei zusätzliche Verladetrichter aufgerüstet. Damit kann der
Umschlag von Schüttgütern zwischen Schiff und LKW noch rascher
abgewickelt werden. Außerdem wurde ein neues elektronisches
Warenwirtschaftssystem eingeführt, das den Datenaustausch mit den
Kunden wesentlich vereinfacht und die Kommunikation auf den neuesten
Stand der Technik bringt.

Neu seit 2005: Größte Biodieselanlage Österreichs -
Hackgutanlage für Biomassekraftwerk geht 2006 in Betrieb

Nicht nur die Wiener Hafen-Gruppe selbst investiert in die
Erweiterung der Anlagen. Auch private Investoren setzen auf den Hafen
als Logistikdrehscheibe und Produktionsstandort. Im Mai 2006 ging
eine der größten Biodieselanlagen in Europa im Hafen Lobau in
Betrieb. Der Betreiber - die Biodiesel Vienna GmbH - hat rund 30
Millionen Euro in die Errichtung investiert. Wien ist damit der erste
österreichische Hafen, an dem der Ökotreibstoff Biodiesel
großtechnisch hergestellt wird. Derzeit produziert das Unternehmen
95.000 Tonnen Biodiesel, die in etwa ein Drittel des österreichischen
Bedarfes decken. Geplant ist, in den nächsten zwei Jahren die
Produktion schrittweise auf 400.000 Tonnen anzuheben. Die Rohstoffe
werden zur Biodieselanlage im Ölhafen Lobau direkt mit Schiff bzw.
per Bahn geliefert. Für den Hafen bedeutet das jährlich 50 Schiffe
mehr.

Derzeit entsteht im Alberner Hafen auch die Hackgutanlage der
Österreichischen Bundesforste für das Wiener Biomasse-Kraftwerk. Ab
Mitte 2006 werden dort 600.000 Kubikmeter Holzmaterial jährlich
aufbereitet. Der Hackplatz ist verkehrstechnisch für die Anlieferung
per Bahn, LKW und Schiff optimal erschlossen.

Bis 2008: Massiver Ausbau des Hafens um 122 Millionen Euro
Neuer Containerterminal und neue Verkehrsinfrastruktur

Rund 122 Millionen Euro investieren Stadt Wien, ÖBB und der
Wiener Hafen insgesamt in gemeinsame Projekte zum Hafenausbau bis zum
Jahr 2008. Die Errichtung eines hochmodernen Containerterminals und
der Ausbau der Bahn- und Straßeninfrastruktur stehen im Zentrum.
Damit wird der Wiener Hafen zu einem der leistungsfähigsten und
größten Binnen-Containerterminals Europas mit einer Umschlagsmenge
von 400.000 Containereinheiten (TEU) ausgebaut und die heutigen
Kapazitäten verdoppelt. Der neue Terminal soll spätestens Ende 2008
seinen Betrieb aufnehmen.

Zur Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur wird die im Zweiten
Weltkrieg zerstörte Eisenbahnbrücke über die Hafeneinfahrt Freudenau
und den Donaukanal wieder errichtet. Damit wird die Donauuferbahn mit
der Donauländebahn verbunden und der Hafen direkt an den
Zentralverschiebebahnhof Kledering angeschlossen. Die ersten Züge
werden auf der neuen Verbindung Ende 2008 verkehren. Außerdem wird
der Handelskai (B 14) vom Zentrum des Hafengebietes in die
Seitenhafenstraße verlegt. Eine neue Brücke über den Donaukanal wird
das Hafengelände an die Ostautobahn (A 4) anbinden.

Die Stadt Wien übernimmt nicht nur die Kosten für die
Verschwenkung der B14, sondern finanziert auch den Kostenanteil der
ÖBB vor bis zu einem Betrag von 95,8 Millionen Euro, um alle Arbeiten
schnellstmöglich realisieren zu können. Der Baustart steht für Herbst
auf dem Programm. Die behördlichen Genehmigungsverfahren sind bereits
abgeschlossen.

Hafen Freudenau erhält Hafentor zum Schutz vor Hochwasser;
Neue Rohstofflagerhalle geht noch heuer in Betrieb

Ein zweites großes Hafenprojekt ist das neue Hafentor für den
Freudenauer Hafen, der damit ab 2008 hochwassersicher sein wird. Bei
der Hafeneinfahrt wird ein 26 Meter breites und 14 Meter hohes
Hafentor eingebaut, das im Falle eines herankommenden Hochwassers
geschlossen werden kann und das Hafenbecken und die darin ankernden
Schiffe vor der Flut schützt. 14, 5 Millionen Euro werden investiert,
wobei Stadt Wien und Bundesministerium für Verkehr, Innovation und
Technologie zu je 50 Prozent die Kosten tragen. Die Probebohrungen
wurden 2005 durchgeführt. Der Baustart für das Tor erfolgt noch
heuer.

Ein weiteres Ausbauprojekt ist die neue Rohstofflagerhalle mit
einer Kapazität von 6.000 Tonnen. Sie wird im Juli eröffnet und
erschließt ein weiteres attraktives Marktsegment. Außerdem wird
gleichzeitig ein mobiler Hafenkran in Betrieb genommen mit einer
Tragkraft von 10 Tonnen. (Schluss) gaw

Rückfragehinweis:
PID-Rathauskorrespondenz:
http://www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Wolfgang Gatschnegg
Tel.Nr.: 4000/81845
mailto:[email protected]

Ing. Ernst Hoffmann
Tel.Nr.: 408 25 69 22
mailto:[email protected]

Foto-Download:
http://www.wienholding.at/presse

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NRK

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