ÖAMTC: Nach tragischem Busunglück - bei 30 Prozent aller Unfälle spielt Müdigkeit eine Rolle

Risiko am Steuer einzuschlafen ist in den Morgenstunden am größten

Wien (OTS) - Drei Todesopfer hat ein Busunfall heute in den frühen Morgenstunden auf der Südautobahn zwischen Wiener Neudorf und der Raststation Guntramsdorf gefordert. Da es nach Angaben der Einsatzkräfte keine Bremsspuren gab, wird Sekundenschlaf als Unfallursache vermutet. "Unfälle durch Sekundenschlaf verlaufen zumeist schwer, weil der Fahrer kaum die Möglichkeit hat zu reagieren und oft ungebremst von der Straße abkommt", weiß ÖAMTC-Verkehrspsychologin Dora Donosa.

Das Risiko am Steuer einzuschlafen ist in den frühen Morgenstunden zwischen zwei und vier Uhr, am Nachmittag zwischen 14 und 16 Uhr sowie am Abend zwischen 22 und 24 Uhr am größten. "Besonders gefährlich sind sehr lange, monotone Autobahnfahrten ohne Pausen. Vorboten einer Übermüdung wie häufiges Gähnen, Augenblinzeln und Fahrfehler müssen ernst genommen werden", sagt Donosa. "Bei Müdigkeit reagiert man verspätet, zu verhalten oder zu übermäßig, auf jeden Fall aber falsch. Deshalb hat ein übermüdeter Lenker nichts hinter dem Steuer zu suchen."

Das einzig verlässliche Mittel gegen die Müdigkeitsfalle ist Schlaf. "Kaffee oder Energydrinks bringen nichts. Sie putschen zwar kurzfristig auf, dafür ist dann der nachfolgende Leistungsabfall umso stärker", warnt Donsa. Auch laute Musik und das weit geöffnete Autofenster sind nur für kurze Zeit ein Muntermacher. "Sobald erste Anzeichen von Müdigkeit auftreten, kann es nur eines geben: Wagen anhalten, eine Rast einlegen und zumindest eineinhalb Stunden schlafen", so die Verkehrspsychologin.

ÖAMTC-Forderungen im Kampf gegen gefährliche Übermüdung am Steuer

  • Regelmäßige Schwerpunktkontrollen durch die Exekutive.
  • Konsequente Anwendung der gesetzlichen Möglichkeit Fahrzeuge zwangsweise abzustellen, deren Lenker offensichtlich übermüdet sind.
  • Ausreichend dimensionierte Kontroll- und Abstellplätze.

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