Greenpeace fordert Ende für Tempo 160

Halbzeitbilanz bestätigt Kritik am Gorbach-Test

Wien (OTS) - Nach einem Monat Tempo-160-Test auf der
Tauernautobahn in Kärnten zieht Greenpeace eine Zwischenbilanz. Das Ergebnis: Die Ablehnung nimmt zu. Eine klare Mehrheit der Österreicher ist gegen Tempo-160, andere Bundesländer wollen keine Tempo-160-Strecken, die Autofahrer vor Ort nehmen die Möglichkeit, schneller zu fahren kaum, an. Im Gegenzug sind die Schadstoffemissionen gestiegen. "Tempo 160 ist ein unbeliebtes Projekt, das auf zunehmende Ablehnung stößt", resümiert Greenpeace-Verkehrssprecher Jurrien Westerhof.

Während sich im November 2005 58 Prozent der befragten Österreicher gegen die Einführung von Tempo 160 als Höchstgeschwindigkeit ausgesprochen haben, hat der Anteil der Gegner seit Beginn des Tests weiter zugenommen. In einer jüngst veröffentlichten Umfrage gaben bereits 63 Prozent der Befragten an, gegen Tempo 160 zu sein.

Obwohl Vizekanzler Gorbach sich zwölf oder mehr Tempo-160-Strecken wünscht, haben die meisten Bundesländer mit Ausnahme von Kärnten bereits klar gemacht, nicht daran interessiert zu sein. "Nur aus Niederösterreich liegt noch keine klare Absage vor. Wir fordern Landeshauptmann Erwin Pröll auf, sich seinen Landeshauptmann-Kollegen und der Mehrheit der Österreicher anzuschließen, und ein klares ‚Nein’ zu Tempo 160 auszusprechen", so Westerhof.

Innerhalb der Bundesregierung fehle es weiter an einer konsistenten Politik. Während Verkehrsminister Gorbach die Höchstgeschwindigkeit erhöhen will, rufen Umweltminister Pröll ("Schlau fahren - Sprit sparen!") und Innenministerin Prokop ("Bleib am Leben - Geh vom Gas!") mittels Kampagnen zu besonnenem Fahrstil auf.

Die 5,1 Mio. Euro Projektkosten hätte man sinnvoller investieren können. "Mit dem Geld hätte man 65 Radarboxen kaufen können, um effektiv gegen Raser vorzugehen. Oder zwei komplette Züge für die Rollende Landstraße, um damit täglich 120 LKW von der Tauernautobahn wegzubringen. Die Autobahn-Anrainer hätten davon wesentlich mehr profitiert als von einem unausgegorenen Tempo-160-Versuch", schließt Westerhof.

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Thomas Hohenberger, Pressesprecher Greenpeace, 0664-5308186
DI Jurrien Westerhof, Greenpeace-Verkehrssprecher, 0664-6126701

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