Neue KÄRNTNER TAGESZEITUNG - Kommentar: Ein explosiver Konflikt-Cocktail (von Gabi Russwurm-Biro)

Ausgabe 1.06.2006

Klagenfurt (OTS) - Zwischen dem Iran und den Vereinigten Staaten
von Amerika stehen -27 Jahre Feindschaft. Eiszeit herrscht zwischen Teheran und Washington, seit die Mullahs mit der Islamischen Revolution 1979 im Iran an die Macht kamen. Daran hat auch der 18 Seiten lange Brief des iranischen Präsidenten Ahmadinejad nichts geändert. Einerseits bleibt der Islamstaat der größte politische Unsicherheitsfaktor für die USA in der Golfregion, und andererseits besitzt er die größten Erdölreserven (zwar weniger als Saudi-Arabien, aber etwas mehr als der Irak). Die USA sind für den Iran der "Große Satan", der noch dazu den Erzfeind Israel beschützt.

Interessant bleibt, dass europäische Länder dem seinerzeitigen Schah-Regime Nukleartechnologie gewähren wollten, obwohl es auch ein gefährliches Regime war. Die Welt fürchtet sich wieder vor Atomwaffen, der Konflikt um das iranische Nuklearprogramm hat sich zur Weltkrise aufgebläht. Dabei geht es doch nur um eines: um die Macht am Golf (eine aktuelle Bedrohung der Region oder der US-Interessen besteht nicht).

Der Iran ist der einzige Staat am Golf, in dem die USA keinen Einfluss haben. Die Kontrolle über Erdöl- und Erdgasvorräte und derenTransportwege ist das eigentliche Thema. Es birgt die Zutaten für den gefährlichsten Konflikt-Cocktail seit dem Ende des Kalten Krieges.

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