Diktat der Ökonomie: Moderne Medizin vor dem Stillstand (3)

Verknappung auch im Spital zu erwarten

Wien (OTS) - Andererseits können die Patienten langfristig aber auch nicht mehr darauf hoffen, dass sie Versorgungsalternativen im Spitalsbereich erhalten, warnt die ÖÄK. So könne es durch den neuen Österreichischen Strukturplan Gesundheit (ÖSG) zu einem Rückgang der Grundversorgung kommen, die die Spitäler derzeit noch erbringen. Denn im neuen ÖSG ist diese Grundversorgung - entgegen der Forderung der ÖÄK - weder definiert, noch vorgesehen.

"Das ist ein schlechtes Zeichen. Denn die Grundversorgung im Spital ist unverzichtbar, in vielen Regionen haben die Krankenhäuser zentrale Aufgaben bei der Grundversorgung, da es bei der ärztlichen Betreuung im niedergelassenen Bereich Lücken gibt", erklärte der Obmann der Bundeskurie Angestellte Ärzte in der ÖÄK, Dr. Harald Mayer.

Ferner warnt Mayer sogar vor einer Unterversorgung, da die Umsetzung der im Österreichischen Strukturplan Gesundheit (ÖSG) vorgesehenen Mindestfrequenzen nicht nur zu Versorgungsengpässen, sondern in manchen Bereichen sogar zur zukünftigen Nichtversorgung bzw. Nichtversorgbarkeit führen wird - vor allem in Kombination mit den so genannten "Erreichbarkeitskriterien". Außerdem sei weiter völlig unklar, welche Spitäler zukünftig welche medizinischen Leistungen erbringen sollen und dürfen, wenn anderswo Leistungen entfielen - auch hierdurch seien erhebliche Lücken zu befürchten, deren Schluss nirgendwo vorgesehen sei.

Gefördert werden könne durch den ÖSG laut ÖÄK-Einschätzung auch die Entwicklung zur Defensivmedizin in den Spitälern, da unklar sei, welche Rechtsfolgen Verstöße gegen die streng regulierten Bedingungen (Strukturqualitätskriterien, Erreichbarkeitskriterien) haben. Ein mittleres oder kleineres Spital werde es sich vor dem Hintergrund genau überlegen, welches Angebot es auf der "streng normierten Vorgabe des ÖSG" noch zur Verfügung stellen werde.

In den Spitälern werde sich das Angebot jedenfalls auf diese Weise - auf Grund der strikten Schwerpunktsetzungen, Begrenzungen und Qualitätsvorschriften des ÖSG - ebenso verknappen wie im niedergelassenen Bereich, folgert Mayer. Das bedeute "das Ende der Medizin wie wir sie in Österreich kennen", so auch das Fazit des Spitalsärztevertreters. (Schluss)

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