Grossmann zu Suchtverhalten Jugendlicher: Rauch-Kallat unwissend oder ignorant?

Alkoholmissbrauch nimmt ständig zu - Maßnahmenpaket gefordert

Wien (SK) - "Die Aussagen von Gesundheitsministerin Rauch-Kallat
im gestrigen 'Report' lassen zwei Interpretationen zu: Unwissenheit oder Ignoranz. Beides ist für eine Ministerin kein Ruhmesblatt", erklärte SPÖ-Jugendsprecherin Elisabeth Grossmann Mittwoch gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. Rauch-Kallat habe in der ORF-Sendung gemeint, sie höre "zum ersten Mal", dass es vorkommen soll, dass an Jugendliche Alkohol ausgeschenkt werde. Grossmann: "Es ist allgemein bekannt, dass ein Drittel der 15-Jährigen regelmäßig Alkohol konsumiert. Untersuchungen zufolge sind acht Prozent der 14-Jährigen alkoholkrank. Bei 20 Prozent der Todesfälle von Jugendlichen war Alkohol im Spiel. Sehr seltsam, dass das an der Ministerin spurlos vorübergegangen ist." Angesichts der alarmierenden Zahlen forderte die SPÖ-Abgeordnete ein "umfassendes Maßnahmenpaket zur Suchtprävention". ****

Die ÖVP-Ministerin habe es über Jahre verabsäumt, ein wirksames Maßnahmenpaket zur Suchtprävention auf den Weg zu bringen, obwohl "das Problem immer unglaublichere Ausmaße annimmt", unterstrich Grossmann. Namens der SPÖ forderte die Abgeordnete den Ausbau der Suchtprävention an Schulen und Kindergärten. "Je eher die Prävention beginnt, desto wirksamer ist sie", zeigte sich die Jugendsprecherin überzeugt. Dazu gehörten auch entsprechende MultiplikatorInnenschulungen sowie die Ausbildung von LehrerInnen und KindergärtnerInnen zur effizienteren Vermittlung suchtpräventiver Maßnahmen. Ziel sei die Einrichtung eines eigenen Unterrichtsfaches "KonsumentInnenerziehung und gesunde Lebensführung". Seitens der Bundesregierung sei in diese Richtung nichts unternommen worden. Im Gegenteil, "aktuell müssen wir darum kämpfen, dass Organisationen, die sich mit Suchtprävention beschäftigen, nicht finanziell ausgehungert werden", so Grossmann.

Außerdem fordert Grossmann, den steuerlichen Mehrertrag aus der Tabaksteuer durch die Zigaretten-Mindestpreise zweckgebunden für Präventionsmaßnahmen zu verwenden. Die Informationskampagne des Fonds Gesundes Österreich "Mehr Spaß mit Maß!" ist vom Ansatz her zu begrüßen, kommt aber reichlich spät. "Hätte die Bundesregierung nur einen Bruchteil jener Gelder, die sie für Eigenwerbung hinausgeschmissen hat, schon früher für diesen Zweck eingesetzt, hätte bereits viel durch Suchtmissbrauch verursachtes Leid und Elend verhindert werden können", zeigte sich die Abgeordnete abschließend überzeugt. (Schluss) ah/mm

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