ÖGB: Mobbing als Tatbestand in das ArbeitnehmerInnenschutzgesetz aufnehmen

Neue Kommission soll Mobbing-Betroffenen Hilfe bieten

Wien (ÖGB) - Seit fast zwei Jahren gibt es ein neues Gleichbehandlungsgesetz, das Diskriminierung in bestimmten Lebenssituationen und -bereichen ahndet. "Darunter fällt auch Mobbing von Älteren, MigrantInnen oder von homosexuellen Menschen. Was aber fehlt, das ist ein wirksamer rechtlicher Schutz gegen Mobbing an sich", kritisiert die Expertin der ÖGB-Mobbing-Beratungsstelle, Anni Musger-Krieger. Sie fordert deshalb die Aufnahme des Tatbestandes "Mobbing" in das ArbeitnehmerInnenschutzgesetz inklusive der Festlegung von Sanktionen und die Schaffung einer Kommission -analog zum Gleichbehandlungsgesetz.++++

Wer gemobbt wird, ohne dass es mit seiner bzw. ihrer sexuellen Orientierung, mit dem Alter, der ethnischen Herkunft oder Religionszugehörigkeit zu tun hat, sondern weil er bzw. sie den KollegInnen oder Vorgesetzten aus anderen Gründen "nicht passt", findet nach der derzeitigen Rechtslage keinen ausreichenden Schutz. "Im ArbeitnehmerInnenschutzgesetz fehlt derzeit die explizite Nennung von Mobbing. Zu lesen ist dort nur von der allgemeinen Fürsorgepflicht des bzw. der Arbeitgebers/in gegenüber den Beschäftigten. Es wäre sinnvoll, den Tatbestand des Mobbing dezidiert in das ArbeitnehmerInnenschutzgesetz aufzunehmen, damit klar ist:
Mobbing ist kein Kavaliersdelikt", fordert auch die Leiterin des Referates für ArbeitnehmerInnenschutz im ÖGB, Renate Czeskleba. In dem Gesetz sollten dann auch Sanktionen gegen MobberInnen verankert werden.

Damit sich Mobbing-Betroffene leichter zur Wehr setzen können, fordert die Mobbing-Expertin die Schaffung einer eigenen Kommission. Musger-Krieger: "Diese Kommission soll im ArbeitnehmerInnenschutzgesetz verankert werden und den Betroffenen bei der Durchsetzung ihres Rechts auf ein faires Verhalten durch die KollegInnen und Vorgesetzten helfen."

SERVICE: Im ÖGB-Beratungszentrum erhalten Mobbing-Betroffene eine vertrauliche Beratung. Anni Musger-Krieger, Tel: 01/53 4 44-344, ÖGB-Beratungszentrum, Wipplingerstraße 33, 1010 Wien; Terminvereinbarung erforderlich.

ÖGB, 31. Mai
2006
Nr. 390

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