Ärzte: Wirtschaft blockiert sinnvolle Gesundheitspolitik

Haas: Passivrauchen auch in Lokalen gefährlich - Dorner: Fürsorgepflicht für Arbeitnehmer umfasst auch Gastronomie

Wien (OTS) - "Als bemerkenswertes Negativbeispiel für die gesundheitspolitische Blockadehaltung der Wirtschaft" bezeichnete der Vizepräsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Dr. Othmar Haas, Mittwoch die Reaktionen aus Gastronomie und Touristik auf die ÖÄK-Forderung nach einem Rauchverbot in Lokalen. Es sei mittlerweile durch zahlreiche umfangreiche medizinische Untersuchungen belegt, dass Menschen durch Passivrauchen gesundheitlich gefährdet seien. -Dies betreffe selbstverständlich auch die Situation in Restaurants, Diskotheken und Bars. Besonders beeinträchtigt durch die hohe Nikotinbelastung seien dabei die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gastronomie, die im Unterschied zu den Gästen oft 40 Stunden und mehr unter erschwerten Bedingungen wie Nachtarbeit in verrauchten Räumen tätig seien.

"Wirtschaftliche Interessen dürfen nicht höher stehen als der Wert der Gesundheit - das höchste Gut der Menschen", appellierte auch der ÖÄK-Vizepräsident Prim. MR Dr. Walter Dorner. Es sei entlarvend, dass die Wirtschaft die gesundheitliche Gefährdung von Menschen um der Ökonomie willen in Kauf nehme, so Dorner, der an die Fürsorgepflicht der Gastronomie als großer Arbeitgeber für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer erinnerte. Im Übrigen sei es unverständlich, dass GM Maria Rauch-Kallat bei einem so wichtigen Vorsorgethema wie dem Nichtraucherschutz nur halbherzig und zögerlich agiere, obwohl sie der Prävention in ihrem gesundheitspolitischen Programm sonst große Bedeutung beimesse.

Beispiele aus dem Ausland hätten bereits gezeigt, dass sich die Umsätze der Gastronomie auch nach einem Rauchverbot mittelfristig nicht wesentliche Einbrüche erführen. Gäste und Gastronomen seien dort äußerst erfinderisch im Umgang der Regelung.

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