Papierindustrie präsentiert Innovationen und Kooperationen

Erfolgreicher Start der Internationalen Österreichischen Papiertagung 2006 in Graz - Wertschöpfungskette Holz als Schlüssel zur nachhaltigen Entwicklung

Wien (PWK359) - Eine hochrangig besetzte Podiumsdiskussion zum
Thema "Forst Holz Papier - Kooperation für die Zukunft" bildete gestern den Auftakt zur 19. Internationalen Österreichischen Papiertagung in Graz. Während der nächsten Tage werden in zahlreichen Fachvorträgen und einer begleitenden Ausstellung neue Entwicklungen bei der Herstellung von Zellstoff und Papier präsentiert.

"Die vielen technologischen Neuerungen zeigen die Innovationskraft der österreichischen Papierindustrie und die Bedeutung unserer Branche für die Zulieferindustrie. Um sich im globalen Standortwettbewerb erfolgreich behaupten zu können, müssen die Betriebe kontinuierlich in die Effizienz ihrer Prozesse und die Qualität ihrer Produkte investieren. Investitionen am Standort Österreich erfordern jedoch Rahmenbedingungen, die den Betrieben eine nachhaltig positive wirtschaftliche Entwicklung und die Schaffung neuer Arbeitsplätze ermöglichen. Aus diesem Grund werden durch die neue Kooperation Forst Holz Papier die Bedeutung und die Leistungen der gesamten Holz-Wertschöpfungskette für Österreich und seine Gesellschaft, Umwelt und Wirtschaft hervorgehoben. Wir zeigen, welche Beiträge die Branche heute, morgen und übermorgen für die Lebensqualität der Menschen leistet. Damit wird aber auch die Verantwortung der Politik klar, durch vernünftige Rahmenbedingungen etwa im Bereich der Energie-, Umwelt- und Forschungspolitik ein investitionsfreundliches Umfeld für die Betriebe zu schaffen", stellten DI Franz Tauber, Technischer Direktor der Mondi Packaging, und DI Dr. Ferdinand Fuhrmann, Generaldirektor der Smurfit Kappa Nettingsdorfer, unisono fest.

Die beiden Vizepräsidenten der ÖZEPA, der Österreichischen Gesellschaft der Papier- und Zellstofftechniker und -chemiker, wurden bei der Podiumsdiskussion von Dipl. Bw. Alfred Heinzel, Geschäftsführer der Heinzel Holding GmbH, begleitet. "Das Projekt Pöls 500 Plus, das den Standort der Zellstoff Pöls AG mit Investitionen von über 200 Millionen Euro für die Zukunft fit macht, ist eine Kombination verschiedener High-Tech-Maßnahmen. Bei derart großen Investitionen zeigt sich jedoch klar, dass Standortnachteile in Österreich, etwa der Ausschluss industrieller Ökostrom-Eigenanlagen von der Förderung, die Nichtberücksichtigung der Stromerzeugung aus der flüssigen Biomasse-Lauge oder die spürbar knappe Zuteilung beim CO2-Emissionshandel, unsere internationale Wettbewerbsposition dramatisch belasten und daher rasch korrigiert werden müssen", forderte Heinzel.

Die Forstwirtschaft war bei der Eröffnungsveranstaltung durch DI Felix Montecuccoli, Präsident der Land und Forst Betriebe Österreich, sowie durch Ök.-Rat Herbert Pretterhofer, Obmann des Waldverbandes Österreich, vertreten. "Für die Forstwirtschaft bieten sich enorme Chancen durch die Entwicklung neuer Märkte. Es gilt nun, aufnahmefähige Märkte zu nutzen und zu bedienen. Es stehen noch ausreichende Reserven im heimischen Privatwald", waren sich Montecuccoli und Pretterhofer einig.

KR DI Hans Michael Offner, Vorsitzender der europäischen und österreichischen Sägeindustrie, vertrat die Holzindustrie bei der Grazer Auftaktveranstaltung. "Holz und Holzverarbeitung haben in Österreich nicht nur enormes wirtschaftliches Potenzial, sondern auch ein sehr positives Image, vor allem auch bei der Jugend. Nachhaltig, aber vor allem nur bewirtschaftete Wälder sind die Basis und der Schlüssel zu einer erfolgreichen wirtschaftlichen Entwicklung entlang der Wertschöpfungskette. Den Holzabsatz zu fördern hilft daher der Gesellschaft, der Umwelt und der Wirtschaft unseres Landes. Alternative Möglichkeiten der Biomassenutzung werden zum Wohl der gesamten Wertschöpfungskette Holz rasch zunehmend an Bedeutung gewinnen. Auch innerhalb des Sektors Forst Holz Papier werden dafür Vorbereitungen getroffen und das persönliche Engagement jedes einzelnen Beteiligten wird erforderlich sein. Unsere Betriebe schaffen zehntausende Arbeitsplätze in den strukturschwachen ländlichen Regionen, sie investieren aber gleichzeitig auch in anderen Ländern und tragen damit österreichisches Know-how und heimische Standards weit über die Grenzen hinaus", strich Offner hervor.

Die Podiumsdiskussion wurde von Dr. Günther Lutschinger, Umwelt-Unternehmensberater und früherer WWF-Geschäftsführer, moderiert. Er wies auf die Leistungen und den Stellenwert der österreichischen Forst- und Holzwirtschaft und des neu geschaffenen Kooperationsforums hin: "FHP repräsentiert 250.000 Arbeitsplätze und die Hälfte der österreichischen Staatsfläche. Die Kooperation steht für einen jährlichen Produktionswert von zehn Milliarden Euro sowie den zweitwichtigsten Aktivposten der heimischen Leistungsbilanz, gleich nach dem Fremdenverkehr. Österreichs Forst- und Holzwirtschaft ist international höchst anerkannt, seine innovative Holzforschung genießt Weltruf, und die Papier- und Holzindustrie ist der Schlüsselsektor zu einer nachhaltigen Industriestruktur. Die Vorzüge der forest-based industry liegen auch aus Sicht des Umwelt- und Naturschutzes auf der Hand: nachwachsende Rohstoffe aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern, hoher Anteil erneuerbarer Energieträger, höchste Energieeffizienz als Beitrag zum Klimaschutz, Kreislaufführung und Wiederverwertung der Rohstoffe Holz und Altpapier, gute Umweltperformance, hohe Standards in Ausbildung, Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz sowie ambitionierte Innovationsprogramme", zeigte sich Lutschinger beeindruckt.

Die Internationale Österreichische Papiertagung, an der heuer rund 400 Gäste teilnehmen, wird seit 1988 vom APV, dem Akademischen Papieringenieurverein der TU Graz, und der ÖZEPA veranstaltet. Das diesjährige Programm beinhaltet Fachvorträge von Experten aus 9 Ländern. Parallel zum Kongress findet die Internationale Fachmesse der Zellstoff- und Papierindustrie mit über 25 Ausstellern statt. (us)

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