Dolinschek präsentiert Jahresbericht 2005 des Internet Ombudsmanns

Internet-Ombudsmann forderte 2005 mehr als 285.000 Euro erfolgreich für Konsumenten zurück

Wien (OTS) - Konsumentenschutzstaatssekretär Sigisbert Dolinschek präsentierte heute im Rahmen einer Pressekonferenz gemeinsam mit dem Team des Internet-Ombudsmanns den Jahresbericht 2005. "Im Jahr 2005 haben sich die Beschwerden von Konsumenten beim Internet-Ombudsmann mehr als verdoppelt. Die vom Konsumentenschutzministerium unterstützte Streitschlichtungsstelle für den Online-Handel wurde im Jahr 2005 in 1.460 Fällen um Hilfe ersucht. Im Jahr 2004 waren es noch 750 Beschwerdefälle, die von den Experten des Internet-Ombudsmanns behandelt werden mussten", betonte der Staatssekretär. ****

Obwohl die Zahl der zu bearbeitenden Beschwerdefälle im Jahr 2005 enorm stieg, konnte die Lösungsquote beim Internet-Ombudsmann wie in den letzten Jahren erfreulich hoch gehalten werden. Fast drei Viertel aller Beschwerden (73 %) konnten außergerichtlich und für die Betroffenen vollkommen gratis vom Internet-Ombudsmann gelöst werden. Insgesamt löste der Internet-Ombudsmann im Jahr 2005 Streitfälle im Wert von über 285.000 Euro im Sinne der Konsumenten, erreichte eine Rückzahlung des Betrages oder intervenierte für eine ordnungsgemäße Lieferung der Produkte und Dienstleistungen. Der durchschnittliche Streitwert pro Fall (bzw. die Schadenssumme) lag im Jahr 2005 bereits bei 260 Euro.

"Mit den über 1.460 im Jahr 2005 bearbeiteten Beschwerdefällen entlastete das Projekt Internet-Ombudsmann nicht nur die ordentlichen Gerichte enorm, auch beträchtliche Zusatzkosten, wie Anwalts- und Verfahrenskosten konnten so für die betroffenen Konsumenten vermieden werden", erklärte Dolinschek weiter.

Hauptgründe für Beschwerden beim Internet-Ombudsmann waren Probleme beim Vertragsrücktritt/bei Reklamationen (30,6%), Probleme mit einer nicht ordnungsgemäß oder zeitgerecht durchgeführten Lieferung (29%), Verrechnungs- oder Qualitätsproblemen mit Internet-Providern (16,1 %) oder Produkte, die nicht der Beschreibung entsprachen oder sonstige Mängel aufwiesen (9,1%). Neben diesen "normalen" Abwicklungsproblemen mit grundsätzlich seriösen Online-Anbietern stiegen gegen Ende des Jahres 2005 die Anfragen und Beschwerden über betrügerische Online-Dienste enorm an.

So täuschte zum Beispiel eine Gruppe von Website-Betreibern (simsen.de etc.) tausenden Konsumenten im deutschsprachigen Raum Gratis-Angebote vor, um sich später auf Abo-Klauseln in den AGBs zu berufen und gegen die Konsumenten mit Inkassobüros vorzugehen. Aktuelle Warnungen vor diesen Websites finden sich auf der "Watchlist" des Internet Ombudsmann unter www.ombudsmann.at.

"Gerade viele Internet-Einsteiger sind auf diese vermeintlichen 'Gratis-Dienste' hereingefallen und haben dann aus Angst vor Inkassobüros die erschlichenen Rechnungen bezahlt. Hier sind vor allem Bildungs- und Präventionsmaßnahmen notwendig, um zu verhindern, dass man als Konsument allzu einfach in die Falle tappt.", so Jürgen Gangoly, Sprecher des Ombudsmann-Teams.

Staatssekretär Dolinschek hat bereits mehrere Initiativen in diesem Bereich gesetzt und will Konsumentenbildung in Zukunft bereits im Schulunterricht zu einem Schwerpunkt machen: "Derzeit arbeiten unsere Experten an modernen Unterrichtsmaterialien zum Thema 'Konsumentenrechte im Internet'. Diese werden wir in Kürze den österreichischen Lehrern zur Verfügung stellen. Wir hoffen damit, das Thema Konsumentenschutz und Internet und die damit verbundenen Risken langfristig im Unterricht verankern zu können."

Zusätzlich zur Tätigkeit als Informationsstelle und Streitschlichter hat sich das insgesamt aus fünf Personen bestehende Team des Internet-Ombudsmann im Jahr 2005 intensiv an der EU-Sicherheitsinitiative "Safer Internet" (www.saferinternet.at) und an der Entwicklung einer Sperre für unerwünschte Mehrwert-SMS (www.sms-sperre.at) beteiligt. Im Dezember 2005 hat der Internet Ombudsmann auch die außergerichtliche Streitschlichtung im Zusammenhang mit österreichischen Internet-Domains übernommen.

Der umfassende Jahresbericht des Internet Ombudsmann, der dieses Jahr erstmals in Broschürenform zur Nutzung für Experten und die breite Öffentlichkeiten veröffentlicht wird, kann unter kontakt@ombudsmann.at gratis bestellt werden und ist unter www.ombudsmann.at auch digital abrufbar.

Der Internet-Ombudsmann existiert seit Ende 1999 und wurde vom Österreichischen Institut für angewandte Telekommunikation initiiert und gemeinsam mit dem VKI entwickelt. Das Projekt ist heute europaweit anerkannt und die größte außergerichtliche Streitschlichtungsstelle für den Online-Handel. Seit Ende 1999 wurden über 3.750 Beschwerdefälle mit einem Gesamtstreitwert von über 2,45 Mio. Euro außergerichtlich gelöst und zusätzlich 12.000 allgemeine Konsumentenanfragen beantwortet. Im Jahr 2000 wurde das Projekt mit dem Österreichischen Staatspreis für Public Relations ausgezeichnet.

Weitere Informationen:
www.ombudsmann.at

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Generationen und Konsumentenschutz
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