ÖBB: Nordbahn ab sofort wieder eingleisig in Betrieb

ÖBB nehmen nach Hochwasser stufenweise den eingeschränkten Zugsverkehr wieder auf und bieten ein attraktives Eröffnungsangebot

Wien (OTS) - (Wien, 31. Mai 2006.) Rund acht Wochen nach dem March-Hochwasser nehmen die ÖBB heute, Mittwoch, den eingeschränkten Personenfernverkehr auf der Nordbahn zwischen Gänserndorf und Hohenau wieder auf. Die Streckenunterbrechungen zwischen Angern und Drösing, dem durch das Hochwasser am meisten betroffenen Streckenabschnitt, sind teilweise behoben und ein eingleisiger Betrieb wieder möglich. Damit wurde der für die schrittweise Wiederinbetriebnahme wichtige Lückenschluss trotz schwierigster Bedingungen raschest möglich geschafft.****

"Trotz anhaltender Überflutungen, fehlender Zufahrtsstraßen und logistischer Herausforderungen haben wir unser erstes Etappenziel -die eingeschränkte Wiederinbetriebnahme der Nordbahn - in kürzest möglicher Zeit erreicht", so Peter Klugar, Vorstandsdirektor der ÖBB-Infrastruktur Betrieb AG. Vorerst ist lediglich ein eingleisiger Zugsbetrieb zwischen Angern und Dürnkrut möglich. "Deshalb - und aufgrund des noch nicht neu errichteten Stellwerks in Dürnkrut -werden wir in diesem Streckenabschnitt bis auf weiteres mit weniger Zügen und geringeren Geschwindigkeiten fahren. Zeitgleich arbeiten wir bereits mit Hochdruck an den Vorbereitungen für die Vollinbetriebnahme", berichtet Klugar.

Umfangreiche Sanierungsarbeiten weiterhin erforderlich

Parallel zum eingeschränkten Zugsbetrieb sanieren die ÖBB in den nächsten Monaten den kompletten Bahndamm inklusive der beiden Streckengleise zwischen Angern und Drösing. Darüber hinaus wird das durch das Hochwasser zerstörte Stellwerk am Bahnhof Dürnkrut inklusive der drei damit verbundenen Schrankenanlagen neu errichtet.

Stufenweise Wiederinbetriebnahme

Zur schrittweisen Eintaktung des interimistischen Fahrplans setzen die ÖBB auf eine stufenweise Wiederinbetriebnahme der Nordbahn. "Nach der bereits in der letzten Woche erfolgten eingeschränkten Wiederinbetriebnahme des Güterverkehrs, fahren wir ab heute wieder die ersten Fernverkehrszüge. Mit 6. Juni 2006 folgen die ersten Nahverkehrszüge", betont Klugar.

Der Großteil der täglich rund 65 Güterzüge und sämtliche 14 Fernverkehrszüge können auf der Nordbahn zwischen Wien und der tschechischen Staatsgrenze wieder angeboten werden. Im Fernverkehr wurde die Umleitung über Gänserndorf - Marchegg aufgehoben. Aufgrund der Langsamfahrstelle zwischen Angern und Drösing ist im internationalen Personenverkehr weiterhin mit geringen Verspätungen zu rechnen.

Eingeschränkter Nahverkehr ab nächster Woche

Zusätzlich fahren ab 6. Juni 2006 zu den Hauptverkehrszeiten besonders stark frequentierte Nahverkehrszüge wieder durchgehend zwischen Wien und Hohenau. "Unser besonderes Anliegen ist es, den Berufspendlern den Weg in die Arbeit und von der Arbeit nach Hause zu erleichtern. Mit dem vorläufigen Fahrplan wollen wir gewährleisten, dass die Pendler aus dem Bezirk Gänserndorf in den Morgenstunden -ohne auf den Schienenersatzverkehr umsteigen zu müssen - zu ihren Arbeitsplätzen nach Wien kommen und abends ebenso ohne Umsteigen wieder retour reisen können", so Wilhelmine Goldmann, Vorstandsdirektorin der ÖBB-Personenverkehr AG. Vorerst müssen aber rund die Hälfte der Nahverkehrszüge weiterhin im Streckenabschnitt zwischen Angern und Drösing mittels Schienenersatzverkehr geführt werden. "Grund dafür ist nicht zuletzt das weiterhin beschädigte Stellwerk in Dürnkrut, das eine Einschränkung der Verkehrsflüssigkeit nach sich zieht", so Goldmann.

Wiederherstellung der Bahninfrastruktur im Bereich Angern - Dürnkrut Insgesamt stand die Nordbahn auf einem Streckenabschnitt von 12 Kilometern mehrere Tage lang unter Wasser. Dabei wurde der Bahndamm an zwei Stellen von den Wassermassen weggerissen. Die Gleise wurden unterspült und hingen auf Längen von bis zu 20 m ohne Unterbau in der Luft. Im Bahnhof Dürnkrut standen der gesamte Gleiskörper, das Bahnhofsgebäude sowie das Stellwerk unter Wasser.

Im Rahmen der ersten Instandsetzungswelle wurde der Damm an den beiden Schadstellen wiedererrichtet, das Schotterbett neu hergestellt und die Gleise neu verlegt. Diverse Schäden an der Fahrleitung wurden beseitigt und gelockerte Fahrleitungsleitungsmaste gesichert. Darüber hinaus wurde der Bahndamm zwischen Angern und Drösing auf weitere potenzielle Schäden überprüft. Insgesamt waren 1.200 t Flussbausteine und 4.000 m3 Schüttmaterial zur Wiederherstellung des im Zuge des Hochwassers beschädigten Bahndammes notwendig. An der Instandsetzung der Gleisanlagen haben die ÖBB gemeinsam mit Partnerfirmen teilweise rund um die Uhr gearbeitet.

Aufgrund der guten Zusammenarbeit mit dem Bund, dem Land Niederösterreich sowie allen eingebundenen Gemeinden, Behörden und Anrainern konnten die Arbeiten raschest möglich bewerkstelligt werden. Insgesamt gehen die ÖBB von einer Gesamtschadenssumme von voraussichtlich mindestens EUR 40 Mio. aus.

Eröffnungsangebot für Bahnreisende

Zur Wiedereröffnung der Strecken haben die ÖBB ein attraktives Eröffnungspaket geschnürt. Von 06. bis 08. Juni können Reisende von Wien Südbahnhof bis Brünn statt EUR 22,60 um nur EUR 10 pro Person fahren (einfache Fahrt). Tickets von Wien Südbahnhof bis Prag kosten nur EUR 20 statt EUR 43,80. Nähere Infos im Call Center 05-1717 oder unter www.oebb.at.

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