Jugend und Alkohol - bundesweite Kampagne des Fonds Gesundes Österreich

Alarmierender Alkoholkonsum von Jugendlichen - Kampagne wirbt für "Mehr Spaß mit Maß!"

Wien (OTS) - SuchtexpertInnen sind alarmiert: Die AlkoholkonsumentInnen werden immer jünger - und sie trinken immer mehr. Ihre ersten hochprozentigen Erfahrungen machen die jungen ÖsterreicherInnen heute zwischen dem 11. und dem 13. Lebensjahr. Knapp zehn Prozent der 13-Jährigen haben Alkohol schon mehr als 40 Mal konsumiert. Nur ein Fünftel der Jugendlichen trinkt nie Alkohol. Damit liegt Österreich im europäischen Spitzenfeld. Mit seiner neuen Informations-Offensive unter dem Motto "Mehr Spaß mit Maß!" sensibilisiert der Fonds Gesundes Österreich Jugendliche für einen maßvolleren Umgang mit Alkohol.

"Die AlkoholkonsumentInnen werden immer jünger - und sie trinken immer risikoreicher. Ihre ersten Erfahrungen machen die jungen ÖsterreicherInnen heute zwischen dem 11. und dem 13. Lebensjahr. Knapp zehn Prozent der 13-Jährigen haben Alkohol schon mehr als 40 Mal konsumiert. 35 Prozent der 15-Jährigen Schülerinnen und 38 Prozent der gleichaltrigen Schüler in Österreich, so zeigte die internationale WHO-Vergleichserhebung der HBSC, waren schon mindestens zwei Mal betrunken. Nur ein Fünftel der Jugendlichen trinkt nie Alkohol. Damit liegt Österreich im europäischen Spitzenfeld", betonte Dennis Beck, Geschäftsführer des Fonds Gesundes Österreich beim offiziellen Start der bundesweiten Kampagne zu Jugend und Alkohol unter dem Motto "Mehr Spaß mit Maß!".
In den kommenden Monaten soll diese Informationsoffensive vor allem durch gemeinsam mit Jugendlichen entwickelte TV-Spots sowie Inserate die jugendlichen ÖsterreicherInnen für mehr Bewusstsein im Umgang mit Alkohol sensibilisieren. "Der Kampagnentitel ‚Mehr Spaß mit Maß!’ macht schon deutlich, worauf es uns bei dieser Aktion ankommt", so Beck. "Nicht den Spaßverderber zu spielen und schon gar nicht mit dem erhobenen Zeigefinger zu arbeiten. Sondern Jugendliche zu einem selbständigen und reflektierten Umgang mit Alkohol anzuregen und deutlich zu machen, dass der Spaß dabei nicht auf der Strecke bleibt."

Beunruhigende Trends beim Alkoholkonsum Jugendlicher

Ein wichtiger Hintergrund der neuen Informations-Offensive: Alle internationalen und österreichischen Untersuchungen zum Alkoholkonsum bei Jugendlichen zeigen beunruhigende Trends. So vor allem die zunehmenden Alkoholerfahrungen von Kindern und besonders risikoreiches Trinkverhalten wie das so genannte Binge Drinking, das scheinbar sinnlose Trinken bis zum Vollrausch. In Österreich ist seit 2002 die Zahl der jährlichen Spitalseinlieferungen von Kindern und Jugendlichen mit Alkoholvergiftung um 27 Prozent gestiegen.

"Risikoreicher Konsum von Alkohol hat physische und soziale Verluste zur Folge. Der Prävention und Gesundheitsförderung kommt daher eine zentrale Rolle zu", sagt bei der Kampagnen-Präsentation BM Maria Rauch-Kallat, die Präsidentin des Fonds Gesundes Österreich. "Das gehört zu den wichtigen Aufgaben einer verantwortungsvollen Gesundheitspolitik. Nicht nur bei den Jugendlichen, sondern in unserer Gesellschaft überhaupt. Österreich nimmt seit hundert Jahren einen unrühmlichen Platz auf der Weltrangliste des Pro-Kopf-Verbrauchs ein." 40 Prozent der österreichischen Bevölkerung konsumieren mehr Alkohol als gesundheitlich unbedenklich ist, 22 Prozent trinken langfristig mehr als anzuraten ist. 13 Prozent konsumieren Alkohol auf eine Weise, dass man von Missbrauch sprechen muss, und 5 Prozent sind alkoholkrank. Nur weniger als ein Viertel der Bevölkerung lebt alkoholabstinent.

Steigender Alkoholmissbrauch vor allem bei Mädchen

Kein Wunder, dass angesichts der erwachsenen Vorbilder Alkohol auch bei Jugendlichen eine immer größere Rolle spielt. Die Prävalenzraten für Alkoholmissbrauch steigen insbesondere bei weiblichen Jugendlichen an, weil sich die jungen Frauen allmählich den Trinkgewohnheiten ihrer männlichen Alterskollegen nähern. Laut einer Studie der WHO liegt das Einstiegsalter für regelmäßigen Alkoholkonsum derzeit bei 14 Jahren. 14 Prozent der 13- bis 14-Jährigen konsumieren regelmäßig - also mindestens einmal wöchentlich - Alkohol. Bei den 15-Jährigen trinken bereits mehr als ein Drittel regelmäßig Alkohol. Drei Prozent der 16-Jährigen haben einen problematischen Alkoholkonsum.

Vorarlberger Vorbild

Hohen Bedarf für die Aufklärungsarbeit zum Thema Jugend und Alkohol beobachtet Martin Hefel vom Zentrum für Suchtkrankheiten Stiftung Maria Ebene in Vorarlberg. "Deshalb startete das Land Vorarlberg schon im Jahr 2004 ein regional orientiertes Alkoholpräventionsprojekt, dessen Träger die Stiftung Maria Ebene, das Vorarlberger Zentrum für Suchtarbeit war", berichtet der Experte. "Wir freuen uns natürlich sehr, dass der Fonds Gesundes Österreich vom Konzept und dem Erfolg unserer Initiative überzeugt war und jetzt Teile dieses Projekts in Form einer Informationskampagne auf eine Österreich weite Basis stellt."

Dass diese die Jugendlichen auch tatsächlich ansprechen wird, davon ist Maria Horvath, 16-jährige Schülerin aus Bregenz, die an der Konzeption der Werbespots maßgeblich beteiligt war, überzeugt: "Weil die Materialien für 'Mehr Spaß mit Maß!' von Jugendlichen selbst entwickelt wurden, bin ich mir sicher, dass sie bei Gleichaltrigen auch wirklich gut ankommen und ihre Wirkung haben werden. Das ist schon was anderes und näher am Leben, als wenn sich Erwachsene überlegen, was Kids gefallen könnte." "Unser Ziel muss es aber auch sein, dass Kinder und Jugendliche ihre Eigenverantwortung im Umgang mit Alkohol gestärkt werden. Wir müssen die Jugendlichen zu einem eigenverantwortlichen und kritischen Umgang mit der Droge Alkohol heranführen, Sorge tragen dass Jugendliche über dieses Thema gut informiert sind und ihr eigenes Konsumverhalten kritisch überdenken." so Hefel.

Elemente der Kampagne "Mehr Spaß mit Maß!"

Hauptelement sind vier TV-Spots, basierend auf Ideen Vorarlberger Jugendlicher, die auch im Kino zu sehen sein werden. Damit kann die Hauptzielgruppe der Kampagne optimal angesprochen werden und durch die humorvolle Darstellung nachhaltig im Gedächtnis haften bleiben. Die bewegenden Themen wie Sex oder Verlust des Führerscheins garantieren eine hohe Aufmerksamkeit in dieser Altersklasse und eine emotionale Betroffenheit.
Weiters werden auch neben der Berichterstattung in unterschiedlichsten Medien Inserate in Jugend-Print- und - besonders wichtig in dieser Altersgruppe - Onlinemedien - auf das Thema aufmerksam machen.

Auf der Website www.gesundesleben.at werden Aspekte rund um das Thema Alkohol beleuchtet: Alkohol und Verkehr, Alkohol und Sex, Alkohol mach dick ... Zudem gibt es dort auch einen Selbsttest, Informationen darüber, was bei Alkoholkonsum im Körper passiert und Infos über Beratungsstellen.

Aktionstage in allen Bundesländern: Während das Ziel der Kampagne eine möglichst große Breitenwirkung ist, zielen parallel zu den Medienaktivitäten Aktionstage in allen Bundesländern auf eine regionale Vertiefung des Themas ab. In jedem Bundesland werden an verschiedenen Veranstaltungsorten oder bei Sportevents und Open-Air-Konzerten zehn solcher Aktionstage stattfinden. Sie werden vom "aks austria - Forum österreichischer Gesundheitsarbeitskreise", der bundesweiten Arbeitsgemeinschaft von großen Landeseinrichtungen für Vorsorge- und Gesundheitsförderung, gemeinsam mit der ARGE Suchtprävention - dem Zusammenschluss aller Fachstellen für Suchtprävention - umgesetzt.

Die TV-Spots und Printsujets (in druckfähiger Qualität) stehen als Download auf www.fgoe.org bereit.

Rückfragen & Kontakt:

Dr. Birgit Kofler-Bettschart/Ulla Krenn
B&K - Bettschart&Kofler Medien- und Kommunikationsberatung
Tel.: 01/319 43 78 12
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krennu@bkkommunikation.at

Mag. Markus Mikl
Pressereferent
Fonds Gesundes Österreich
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