Van der Bellen: Kein Steuereuro für die Erforschung und Entwicklung neuer Atomreaktoren

Grüne: Neues EU-Atomforschungsprogramm noch nicht vom Tisch

Wien (OTS) - Der Bundessprecher der Grünen, Alexander Van der Bellen, sieht es als einen Zwischenerfolg an, dass es heute beim EU-Forschungsministerrat zu keiner Beschlussfassung über das neue milliardenschwere EU-Atomforschungsprogramm gekommen ist. "Aber die Sache ist noch lange nicht vom Tisch. Wir bleiben weiterhin misstrauisch. Vor allem die Atommächte wie Frankreich und Großbritannien werden massiv auf diesen Beschluss drängen. Wenn die Bundesregierung - allen voran BK Schüssel - es wirklich ernst meint, muss sie in den nächsten Wochen alles daran setzen, die geplante Milliardenspritze für die Atomindustrie zu verhindern und die Gelder in die Bereiche erneuerbare Energien und Energieeffizienz umzulenken", so Van der Bellen.

"Es ist inakzeptabel, dass auch nur ein weiterer österreichischer Euro in die Forschung und Entwicklung von neuen Atomreaktoren fließt. Der österreichische Anteil für das insgesamt vier Milliarden teure Forschungsprogramm würde für die kommenden sieben Jahre 120 Millionen Euro betragen", erläutert Van der Bellen.
Auch die heute von BMin Gehrer neuerlich verteidigten Milliardeninvestitionen in die Kernfusion sehen die Grünen äußerst skeptisch. "Wir stehen jetzt vor einer Energiekrise und brauchen Lösungen innerhalb der nächsten zehn bis 20 Jahre. Die Kernfusion, von der selbst seriöse ExpertInnen sagen, dass es unsicher sei ob sie jemals funktioniere wird vor dem Jahr 2050 keinesfalls einen Betrag leisten können und das ist zu spät. Jetzt sollten alle Anstrengungen unternommen werden, um das Energieverbrauchswachstum zu stoppen. Es wäre viel sinnvoller, neben dem Ausbau der Erneuerbaren Energien auch in den Ausbau der Energieeffizienz zu investieren, denn zahlreiche Studien belegen, dass wir auch mit der Hälfte des heutigen Energieverbrauchs ohne Komfortverluste leben könnten", schließt Van der Bellen.

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