EU-Landwirtschaftsminister diskutieren die Schlüsselfaktoren für die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Landwirtschaft

Innovation und Diversifikation sind ein zentraler Faktor zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit

Wien (OTS) - Krems (30. Mai 2006), - Beim informellen Treffen der EU-Landwirtschaftsminister wurde heute die Entwicklung der Humanressourcen im ländlichen Raum diskutiert. Die Arbeitsgruppe mit dem Thema "Innovation und Diversifikation" prüfte, wie diese beiden Faktoren den ländlichen Raum wettbewerbsfähiger machen können. Unterstützt wurden die EU-Landwirtschaftsminister dabei von Kommissarin Mariann Fischer Boel, dem CEO von Magna International, Siegfried Wolf, der gleichzeitig auch Landwirt ist, sowie Martin Wetschka, einem Vertreter der österreichischen Jungbauernschaft. ****

Die Förderung der Innovation und damit zusammenhängend auch der Diversifikation ist eine der wichtigsten Folgen der sich aus der Lissabon-Strategie ergebenden Ziele "Wachstum und Beschäftigung". Produktivität und Wirtschaftswachstum hängen entscheidend davon ab, wie schnell und effizient sich Innovationen in einer Volkswirtschaft verbreiten. Die Wirkung auf die Wirtschaft, inkl. Erhaltung und Schaffung von Arbeitsplätzen, wächst durch die Weiterentwicklung von Innovationen aufgrund von Wettbewerb und Erfahrungsaustausch. Voraussetzung für eine derartige Entwicklung ist ein möglichst freier Zugang zu Bildung, Beratung und Kenntnissen über Produktinnovationen, Verfahren und Technologien.

Um sich auf Märkten wettbewerbsfähig positionieren zu können, ist für den ländlichen Raum, insbesondere die Landwirtschaft, eine quantitative und qualitative Verbesserung der Innovation und Diversifikation von steigender Bedeutung. Die Förderung der Ländlichen Entwicklung für die Periode 2007-2013 bietet die Möglichkeit, verstärkt Maßnahmen in diesen Bereichen umzusetzen. Schlüsselelement ist ein intensiver Erfahrungsaustausch zur Verbreitung erfolgreicher Verfahren zwischen den Mitgliedstaaten. Eine Europäische Netzwerkstelle soll diesen Erfahrungsaustausch in Zukunft ermöglichen.

Aufbauend auf Evaluierungen der Ländlichen Entwicklungsprogramme ist seitens der Europäischen Kommission ein Monitoring notwendig. Dadurch kann sichergestellt werden, dass die Umsetzung von Maßnahmen in den Bereichen Innovation und Diversifikation mit den Zielen der Lissabon Strategie übereinstimmt.

Für den internationalen Vergleich von Innovationen wurde das Konzept der "Europäischen Trend Chart für Innovation" entwickelt. Dieses Benchmarking sollte auch die Landwirtschaft und die ländliche Entwicklung aufnehmen und die Mitgliedstaaten somit bei der Entwicklung und Verbesserung ihrer Innovationspolitik unterstützen.

Top-Manager und Landwirt Siegfried Wolf: "Die Leute auf dem Land machen das Land"

Die Umlegung seiner Unternehmensstrategie aus der Automobilindustrie auf die Landwirtschaft wurde von Magna-CEO Siegfried Wolf analysiert. Der Magna-Leitspruch: "Ein besseres Erzeugnis für einen besseren Preis" legte er für die Landwirtschaft folgenderweise um: "Ein besseres Erzeugnis für einen angemessenen Preis". Weiters betonte er die soziale Verantwortung und Akzeptanz der Landwirtschaft in der Gesellschaft: "Die Leute auf dem Land machen das Land". Als wichtige Schlüsselfaktoren zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Landwirtschaft nannte Wolf die umfassende Analyse des Marktes und das Erzeugen für den Markt sowie die Lebensstandardbewahrung unter Berücksichtigung der Regionen. Dies fasste er wie folgt zusammen:
"Europa kann nur mit besseren Produkten global erfolgreich sein. Europa muss mit Ideen in den Wettbewerb gehen und nicht mit dem Preis. Dafür brauchen wir kluge Köpfe und wir müssen daher in Bildung, Innovation und Diversifikation investieren". Der Vertreter der Jungbauernschaft, Martin Wetschka, betonte die Unternehmereigenschaft der Landwirte und dass diese wissen müssen, wie man Geschäftspläne aufstellt, betriebswirtschaftliches Know-how im bäuerlichen Betrieb anwendet um innovative Projekte wirtschaftliche erfolgreich umsetzen zu können.

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