Der Landwirt der Zukunft benötigt vermehrt Bildung

Arbeitskreis des informellen EU-Agrarministerrates definiert unter Bürgerbeteiligung Ziele

Wien (OTS) - Krems (30. Mai 2006) - Damit die EU das selbst gesteckte Ziel, die basierend auf Bildung wettbewerbsstärkste Region der Welt zu werden erreichen kann, bedarf es vor allem auch in der Landwirtschaft verstärkter Bildungsanstrengungen - sowohl in der Ausbildung als auch in lebenslanger Weiterbildung. Das ist der Grundtenor des Arbeitskreises Bildung, der heute am Vormittag in Krems beim informellen Rat der EU-Landwirtschaftsminister unter dem Motto "Land.Leben.Zukunft" das Thema für die Arbeitssitzung der Minister aufbereitete. Auch der Arbeitskreis war gemäß dem von Ratsvorsitzendem und Landwirtschaftsminister Josef Pröll ausgegebenem Motto "Europa hört zu" für die Bürger geöffnet.

Die Vertreterin der Landjugend Österreich, Elisabeth Köstner, erläuterte den Ministern beziehungsweise Staatssekretären aus Zypern, Schweden, Lettland, Irland, Ungarn, Slowenien, Rumänien und Mazedonien sowie Klaus Dieter Borhardt, dem Stellvertretenden Kabinettschef von Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel und dem Bildungsexperten und Boku-Rektor Hubert Dürrstein die Bedeutung von Bildung für den Landwirt der Zukunft als Unternehmer eines Klein- und Mittelbetriebes: 83 % aller Landwirte in der EU hätten einer Studie zufolge lediglich praktische Erfahrung und tradiertes Wissen als berufsspezifische Qualifikation. Die Landjugend Österreich als eine der größten Jugendorganisationen des Landes bietet zertifizierte Bildungsmöglichkeiten für Landwirte an und fordert dafür finanzielle Unterstützung sowie Anreize für die Bauern im Förderungsbereich, diese Bildungsangebote wahrzunehmen.

Der Arbeitskreis richtet an die Europäische Kommission insbesondere die Aufforderung, Rahmenbedingungen für den Austausch von Bildungs-Know-how und Best-Practice-Beispielen zur Verfügung zu stellen. Allgemein wurde betont, dass die EU in diesem Bildungsbereich in weiterer Folge die Definierung von Mindeststandards anstreben sollte, keinesfalls aber eine Vereinheitlichung der bisher in Zuständigkeit der Mitgliedstaaten befindlichen Bildungsagenden. Jedenfalls mache aber die Landwirtschaft als einer der wenigen mit einer Gemeinsamen EU-Politik (GAP) vergemeinschafteten Bereiche auch gemeinsame Anstrengungen am Bildungssektor notwendig. Dürrstein fügte dem auch hinzu, dass profunde Berufsbildung eine der Voraussetzungen erst dafür sei, die Ergebnisse von angewandter Forschung sowie Innovationsprojekten auf den Landwirtschaftsbetrieben in die Praxis umzusetzen. Die zweite Säule der GAP, das Programm für die Ländliche Entwicklung wurde einvernehmlich als organisatorische und finanzielle Plattform für die agrarischen Bildungsaktivitäten identifiziert.

Weiters regten die Mitgliedstaaten im Arbeitskreis an, verstärkte NGO’s wie die Landjugend in die staatlichen Bildungsagenden einzubeziehen, die internationale Kooperation zu verstärken, Anreize für die Teilnahme an dezentralen Bildungsprogrammen zu schaffen und die öffentliche Meinung für die Landwirtschaft auch dadurch zu gewinnen, dass sich die Landwirte als "bildungshungrige" Berufsgruppe präsentieren. Im Bereich von Landwirtschaftsstudien an Universitäten sollten allgemein Studienstrukturen nach dem so genannten Bologna-Prozess angestrebt werden und inhaltlich sollte Bildung zusätzlich auf neue Herausforderungen durch die GAP-Reformen oder auf Bioenergie Rücksicht nehmen, aber sich nach dem Motto "bottom-up" auch verstärkt am Bedarf der Landwirte orientieren.

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