Landjugend vertritt junge Generation beim EU-Agrarministerrat

Breite Streuung von Bildungsangeboten und Spezialberatung gefordert

Krems (AIZ) - Beim informellen Rat der EU-Agrarminister in Krems, der von 28. bis 30.05.2006 stattfindet, konfrontierte die österreichische Präsidentschaft die Vertreter der Mitgliedstaaten mit Schlüsselfragen zu den Kernbereichen Bildung, Beratung, Forschung und Innovation. Als Vertreter der jungen Generation war die Landjugend geladen und agierte als Wortführerin der Jugend in den Bereichen Bildung und Beratung.

"90% der Fläche der Europäischen Union sind ländlicher Raum, ganze 57% der Bevölkerung leben hier - und immer noch sind wir hinsichtlich Ausbildungsmöglichkeiten gegenüber dem städtischen Bereich stark benachteiligt", gab Elisabeth Köstinger, Bundesleiterin der Landjugend, zu bedenken. Sie fungierte heute beim EU-Rat der Landwirtschaftsminister als Sprecherin der Jugend in der Arbeitsgruppe Bildung. "Um wettbewerbsfähig zu bleiben, brauchen gerade Junglandwirte in der eigenen Umgebung ein bedarfsorientiertes Bildungsangebot, um möglichst früh und gezielt fachliche und auch unternehmerische Kompetenzen zu erlangen. Und zur Motivation, die zur Verfügung stehenden Bildungsangebote besser zu nutzen, braucht es eine angemessene finanzielle Förderung, wie etwa im Rahmen der Investitionsförderung."

Landjugend: Strategien gegen "Bildungslücke" im ländlichen Raum

Die "Bildungslücke" im ländlichen Raum ist der Landjugend schon lange ein Dorn im Auge: "Wir möchten Europas Agrarministern zeigen, wie wir Jugendorganisationen aktiv den Bildungsprozess im ländlichen Raum mitgestalten können - auch als Anreiz für die Jugendorganisationen in ihren eigenen Ländern", betonte Köstinger. Die Landjugend bietet ihren Mitgliedern seit Jahren ein selbst betreutes Bildungsangebot: Internationale Praktika für Junglandwirte stehen dabei ebenso auf dem Programm wie Seminare zur persönlichen Weiterentwicklung oder ein EU-zertifizierter Lehrgang ("aufZAQ") im jugendpädagogischen Bereich. "Die stärkere Vernetzung von Bildungseinrichtungen und Jugendorganisationen sowie die offizielle Anerkennung von außerschulischen Bildungsangeboten, wie sie die Landjugend bietet, sind unsere konkreten Lösungsvorschläge an die Politiker, wenn es um die Professionalisierung des ländlichen Raumes geht", so Köstinger.

Coachings und Spezialberatung für ein erfolgreiches Bauerntum in Europa

Alexander Woertz, Vorsitzender des "Bundesagrarkreises" und ebenfalls im Vorstandsteam der Landjugend, referierte heute bei der offiziellen Arbeitssitzung der Minister in der Donau-Uni Krems über die notwendige Forcierung von Spezialberatungen für Junglandwirte. "Innovationen und die Erschließung neuer Geschäftsfelder sind das Um und Auf für eine aussichtsreiche Zukunft in der Landwirtschaft. Nur, woher sollen wir Junglandwirte die Sicherheit nehmen, ob das Neue auch Chancen hat? Was wir brauchen, das sind einerseits eine gute, moderne Ausbildung und andererseits individuelle Coachings und bedarfsorientierte Spezialberatungen", betonte Woertz. Er selbst ist Hofübernehmer eines Milchwirtschaftsbetriebes in Tirol und beruflich als Bilanzbuchhalter tätig. "Ich bin der Meinung, dass auch außerlandwirtschaftliches Einkommen ein gangbarer Weg für viele junge Bäuerinnen und Bauern ist, um erfolgreich wirtschaften zu können. Auch hier bedarf es spezieller Beratungsangebote, etwa im Bereich einer optimalen Einkommenskombination", sagte Woertz.

Europas Landwirtschaft kann es schaffen

Junglandwirte müssen heutzutage fachlich top, innovativ und mutig sein sowie auch betriebswirtschaftliches Know-how mitnehmen. "Mit lebenslanger Weiterbildung und moderner, bedarfsorientierter Beratung kann es die europäische Landwirtschaft schaffen", sind Köstinger und Woertz überzeugt. "Nun ist die EU-Politik gefordert, die richtigen Entscheidungen zu treffen und den Bildungs- und Beratungsprozess durch gezielte Maßnahmen für nachfolgende Generationen in die Wege zu leiten. Dass die Jugend beim Agrarministerrat in Krems angehört wurde, bedeutet für uns einen ersten wichtigen Schritt in diese Richtung", betonten die beiden Landjugend-Vertreter.

Die offiziellen Statements der Landjugend, die sie vor den EU-Agrarministern zum Besten gegeben haben, sind unter www.landjugend.at zu finden. Die Landjugend ist mit 90.000 Mitgliedern Österreichs größte Jugendorganisation für den ländlichen Raum und eine der größten Mitgliederorganisationen Europas. Sie versteht sich als Interessenvertretung für Österreichs Junglandwirte und engagiert sich zudem für sämtliche Jugendliche im ländlichen Raum: Bereits 45% der Mitglieder stammen aus einem nicht-agrarischen Elternhaus.
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