Agrarministerrat für gemeinsame EU-Beratungsplattform

Vereinfachung der Cross Compliance gefordert

Wien (OTS) - Krems (30. Mai 2006) - Die Beratung spielt bei der Vorbereitung der Landwirte auf künftige Herausforderungen eine wesentliche Rolle und entscheidet oft darüber, ob zur Verfügung stehende Förderungsmittel - vor allem aus dem EU-Programm Ländliche Entwicklung - optimal genützt werden können. Zahlreiche EU-Landwirtschaftsminister und Experten diskutierten heute in einer Arbeitsgruppe beim Informellen Agrarministerrat in Krems darüber, wie es gelingen kann, die Beratungssysteme und -möglichkeiten im Sinne einer diversifizierten und wettbewerbsfähigen Landwirtschaft weiter zu verbessern. Einig zeigten sich die Mitgliedsstaaten vor allem in der Hinsicht, dass eine gemeinsame europäische Beratungsplattform geschaffen werden soll. Zusätzlich sei die so genannte Cross Compliance in Zukunft wesentlich zu vereinfachen, da sie einen viel zu großen Beratungsaufwand erfordert und finanzielle Mittel verschlingt, die für andere Beratungserfordernisse besser genutzt werden könnten.

Vernetzung von EU-Beratungseinrichtungen - Gemeinsame Plattform

"Österreich spricht sich für einen breiten Informationsfluss, eine engere Zusammenarbeit und eine EU-weite Vernetzung von Beratungsorganisation aus. Derzeit existiert auf EU-Ebene keine Plattform für die landwirtschaftliche Beratung", betonte der Leiter der Arbeitsgruppe, Präsident der Landwirtschaftskammer Österreich und des Europäischen Bauernverbandes COPA, Rudolf Schwarzböck, in seinem Eröffnungsstatement und fand dabei große Zustimmung. Speziell bereits bestehende Beratungseinrichtungen wie das "Netzwerk Ländliche Entwicklung" sollten dabei verwendet, verstärkt und verknüpft werden.

Produktionsgruppenspezifische Spezialberatungen erforderlich

Eine zukunftsorientierte und konsequente Beratung sei erforderlich, die auch innovative Einkommensquellen wie beispielsweise erneuerbare Energieträger miteinbezieht. Dies erfordere zudem eine produktionsgruppenspezifische Spezialberatung, die Weiterbildungsmaßnahmen und eine anschließendes Coaching erfordere, ergänzte Alexander Woertz, Vorsitzender des Bundesagrarkreises der Landjugend Österreich. Nur wenn es dabei auch einen hohen Level an sozialer Kompetenz gebe, könne eine gute Zusammenarbeit mit den Landwirten garantiert werden, so Schwarzböck. Der Ausbau der Beratungsorganisationen sollte mehr von der EU unterstützt werden und auch in Ländern zur Anwendung kommen, in denen es bisher keine entsprechenden Einrichtungen gibt.

Landwirten globale Trends und eigene Möglichkeiten aufzeigen

Weiters wurde bei der Diskussion angeführt, dass es wichtig ist, die Bauern einerseits über die aktuellen globalen Trends mittels Statistiken zu informieren und ihnen andererseits auch aufzuzeigen, wo die Stärken ihrer eigenen Betriebe liegen und in welchen Bereichen diese Spitzenleistungen erbringen könnten. Schwarzböck gab zu bedenken, dass zu diesem Zweck nicht nur Experten mit theoretischem Wissen, sondern auch Praktiker gefordert wären. Nur so sei es möglich, den unternehmerischen Lebensgeist zu wecken und die Landwirte zu motivieren, sich den Herausforderungen zu stellen, zeigten sich die Minister im Wesentlichen einig.

Vernetzung von Aus- und Weiterbildung sowie Beratung gefordert

Hervorgehoben wurde auch die Notwendigkeit, die Sektoren verstärkt zu vernetzen. "Wenn es gelingt, die kleinstrukturierte Landwirtschaft in Österreich durch die Vernetzung von Ausbildung, Weiterbildung und Beratung sicher in die Zukunft zu führen, werden wir gleichzeitig den ländlichen Raum sichern. Tausende Arbeitsplätze, die direkt und indirekt mit der landwirtschaftlichen Produktion zusammenhängen, bleiben erhalten. Der Standort Europa wird auch in Zukunft für die Landwirtschaft attraktiv sein", betonte der Landjugend-Vertreter. Durch den Einsatz von "Wegbegleitern" wie Beratern, Landwirten, anderen Unternehmern und Coaches könnten die Visionen und Chancen auch in die Realität ungesetzt werden. Durch eine breite Verknüpfung von Möglichkeiten der Beratung sollten gleichzeitig professionelle bäuerliche Unternehmen entwickelt werden, sagte Woertz.

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