Intelligent operieren

120 internationale Top-Orthopäden lernen in Graz

Graz (OTS) - Zu einem Lern-Zentrum der besonderen Art lädt Univ.-Prof. Dr. Reinhard Windhager, Vorstand der Grazer Universitätsklinik für Orthopädie, 120 internationale Top-Orthopäden zwei Tage nach Graz. Neben Vorträgen und Diskussionen sind auch Life-Übertragungen von Operationen geplant. Unter dem übergeordneten Thema 'intelligente Hüftchirurgie' wird der neue Ansatz für differenzierte, individuelle und maßgeschneiderte künstliche Gelenke behandelt. "Wir haben heute eine große Zahl ausgezeichneter Produkte zur Verfügung, damit aber die drei wichtigsten Aspekte erfolgreicher Eingriffe, nämlich maximierte Lebensdauer des künstlichen Gelenks, optimierte Funktion und schnelle Genesung voll zum Tragen kommen, braucht es einen guten und erfahrenen Operateur. Er muss zuallererst aus der Vielzahl der Möglichkeiten die Entscheidung für die ideale Therapie und das individuell optimale Implantat treffen und dann präzise operieren", umreißt Prof. Windhager das Konzept der 'Intelligenten Operation'.

Einen Schwerpunkt wird in Graz das neue navigierte System, das "Artificial Surface Replacement" (ASR - 'Oberflächenersatz') im Hüftgelenk bilden. Navigation bedeutet, dass während der Operation das Gelenk vermessen und digitalisiert wird. Die Darstellung des Gelenks wird in drei-dimensionalen Bildern und in Echtzeit auf den Bildschirm gesendet, wodurch die Instrumente und das Implantat exakt positioniert werden können. Die Klinik in Graz ist das einzige Krankenhaus in Österreich, an dem ASR-navigiert operiert wird.

"Die Navigation macht sehr präzise Eingriffe möglich und wir können mit kleineren Zugängen arbeiten, als bei Eingriffen, bei denen wir uns direkt im Operationsgebiet orientieren müssen", erläutert Prof. Windhager die Vorteile der neuen Methode und ergänzt:
"Natürlich bedeuten kleinere Schnitte und geringere Verletzungen der Muskulatur und des Bindegewebes für die PatientInnen geringere Schmerzen und eine schnellere Genesung; sie könnten das Krankenhaus bereits nach 3 - 4 Tagen verlassen."

Geeignet ist das ASR-System speziell für Personen unter 65 Jahren oder für ältere, die sportlich sehr aktiv sind. Ihnen kann eine maximale Bewegungsfreiheit zurückgegeben werden, sie können danach z.B. auch wieder Yoga machen.

Basis sind Implantate, die nur wenige Millimeter stark sind und die weitgehend Knochen erhaltende Operationen gestatten. Dabei wird der Oberschenkel-Kopf quasi wie ein Zahn "überkront" bzw. kann die Pfanne anatomisch korrekt konstruiert werden. "Durch die Navigation erreichen wir, dass die Implantate anatomisch optimal eingepasst werden können, was zur Folge hat, dass die Implantate eine wesentlich längere Lebensdauer haben."

Das Instrumenten-Set, das die schonende Methode erst möglich macht, ist ebenfalls eine Neuentwicklung. Die Instrumente sind besonders präzise und durchdacht. Der Schnitt kann entweder an der Vorder- oder an der Rückseite des Hüftgelenks durchgeführt werden, wobei beim Schnitt an der Vorderseite kein Ablösen der Muskulatur mehr nötig ist, was wiederum geringere Schmerzen und eine schnellere Genesung bedeutet.

Darüber hinaus bietet das neue System dem Orthopäden ein Material, das auf Basis der neuesten Erkenntnisse der Werkstofftechnik entwickelt worden ist und das Problem des Material-Abriebs minimiert. Dazu ein Beispiel: Das neue Implantat erzeugt in 27 Jahren so viel Abrieb, wie das Vorgänger-Implantat bereits nach etwas mehr als eineinhalb Jahren.

Oberflächenersatz und Pfannen-Implantate gibt es jeweils in 14 unterschiedlichen Größen. Damit ist sichergestellt, dass für jede/n Patientin/en eine optimale Wiederherstellung möglich ist. Diese Form der Metall-Metall-Gleitpaarung gewährleistet, dass sich der Zwischenraum zwischen Gelenkspfanne und Gelenkskopf - wie beim natürlichen Gelenk - mit Gelenksflüssigkeit füllt.

Nicht geeignet ist das System beispielsweise für PatientInnen mit Zysten am Oberschenkelkopf, für solche, deren Schenkelhals kürzer als 2 cm ist, oder für Personen mit verminderter Knochendichte.

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