Greenpeace kritisiert Ausbaupläne für AKW Krsko

Erneuerbare Energie und Energieeffizienz statt Atomrenaissance

Wien/Ljubljana (OTS) - Greenpeace fordert von der slowenischen Regierung den Verzicht auf den Ausbau der Atomenergie und die Schließung des bestehenden Kraftwerks in Krsko. "Slowenien hat ausreichend Ausbaumöglichkeiten für Erneuerbare Energien und Steigerung der Energieeffizienz, um auf die Atomenergie gänzlich verzichten zu können", betont Greenpeace-Energieexperte Erwin Mayer.

Entgegen den Behauptungen von Sloweniens Umweltminister Janez Podobnik gibt es keine EU-Ziele, die den Ausbau der Atomenergie in Slowenien rechtfertigen oder gar vorschreiben. Was es gibt sind Ausbauziele für Erneuerbare Energien und Energieeffizienz sowie eine Emissionsobergrenzen für CO2 aus Kraftwerken und Industrie. "Wenn Slowenien Wind, Biomasse, Kleinwasserkraft schnell genug ausbaut und auch nur annähernd die Energieeffizienz der EU-15 erreicht, könnte das Land auf die Atomenergie komplett verzichten", rechnet Mayer vor.

Slowenien hat derzeit einen Atomstromanteil von 35 Prozent und einen jährlichen Stromverbrauchsanstieg von 4 Prozent. Die EU-Ziele für erneuerbare Energien im Strombereich von 33,6 Prozent wird nicht annähernd erreicht werden. Der Energieeinsatz pro Einheit für die Wirtschaftsleistung liegt um 75 Prozent höher als in der EU 25.

Greenpeace fordert auch von der Österreichischen Bundesregierung entschiedene Schritte gegen die europäische Atomrenaissance. "Hätten wir verbindliche Ziele für Erneuerbare Energien und Energieeffizienz, bräuchte weder Slowenien noch Polen oder Tschechien über weitere Kraftwerksblöcke nachdenken", erinnert Mayer daran, dass Österreichs Wirtschaftsminister Bartenstein gegen verbindliche Ziele für saubere Energien im EU-Energieministerrat aufgetreten ist.

"Die Atomrenaissance haben all jene Länder zu verantworten, die sich nicht klar und entschieden für den Umstieg auf Sonnenenergie und Energiesparen entscheiden wollen. Beide Richtlinien für Energieeffizienz und sauberen Strom könnten bei vollständiger Umsetzung je 50 AKW-Blöcke a 1000 Megawatt wie jetzt in Krsko geplant ersetzen", schließt Mayer.

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Mag. Erwin Mayer, Greenpeace-Atomexperte, 0664-2700441

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