Dienstleistungs-Richtlinie - Pollirer: "Einigung Meilenstein unter österreichischer EU-Präsidentschaft"

Heimische Informations-, Kommunikations- und Beratungsbranche profitiert besonders - Einigung generell wichtiger Impuls zur Steigerung österreichischer Dienstleistungsexporte

Wien (PWK355) - Hans-Jürgen Pollirer, Obmann der Bundessparte Information und Consulting der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), begrüßt die politische Einigung im EU-Rat zur Dienstleistungsrichtlinie. "Damit wurde unter österreichischer EU-Ratspräsidentschaft ein Meilenstein gesetzt", gratuliert Spartenobmann Pollirer der österreichischen Bundesregierung zur deren Bemühungen, die zur Einigung geführt haben.

Die Bundessparte Information und Consulting ist die interessenpolitische Heimat für wirtschaftsnahe Dienstleister aus den Bereichen Kommunikation, Information und Beratung - von Unternehmensberatung/Informationstechnologie über Werbung/Marktkommunikation bis zu Finanzdienstleistern. Die Exportquote der Wirtschaftszweige der Sparte Information und Consulting in der Wirtschaftskammer Österreich war in den vergangenen Jahren konstant hoch und betrug 2005 9,3 Prozent vom Gesamtumsatz. Bei Planungsexporten konnte sogar eine Exportquote von 16 Prozent erzielt werden, bei Beratungs- und IT-Dienstleistungen 13,3 Prozent.

"Die Dienstleistungsrichtlinie ist ein wichtiger Impuls zur weiteren Steigerung österreichischer Dienstleistungsexporte", so Pollirer. Er unterstreicht: "Das Qualitätsniveau österreichischer Dienstleistungen ist sehr hoch. Ein Beweis dafür ist, dass Österreich bei Dienstleistungsexporten 2004 weltweit gar den 13. Platz im WTO-Ranking erreichen konnte." Er verweist darauf, dass allein durch die bisherige Öffnung des Warenmarktes nach Untersuchungen seit 1992 über 2,5 Millionen neue Arbeitsplätze entstanden sind. Die Öffnung des Dienstleistungsmarktes, in der 70 Prozent der Wertschöpfung in der EU erbracht wird, birgt ein weiteres enormes Wachstumspotenzial.

"Und gerade die österreichischen Unternehmen aus den Bereichen Information, Kommunikation und Beratung werden von der Dienstleistungs-Richtlinie besonders profitieren. Die Beseitigung ungerechtfertigter Diskriminierungen und Hemmnisse kommt Österreichs Dienstleistungsexporteuren in Europa unmittelbar zugute." Etwa sollen Verwaltungsschritte und Verfahren, die zur Gewerbeausübung führen, für Erbringer von Dienstleistungsen beschleunigt und transparent gestaltet werden. Kernstück der Richtlinie in diesem Zusammenhang ist die Errichtung so genannter One-stop-Shops, d.h.: Unternehmer sollen zukünftig alle notwendigen Bewilligungen und Informationen von einer einheitlichen Anlaufstelle erhalten, wovon Unternehmer auf fremden Märkten besonders profitieren.

Begrüßswert ist aus Sicht von Pollirer weiters, "dass der hohe österreichische Standard in der Berufsausbildfung erhalten bleibt." Denn im vorliegenden Entwurf zur Dienstleistungs-Richtllinie ist klargestellt, dass die Frage der Berufsqualifikationen von dieser Richtlinie ausgenommen ist und weiterhin durch die Berufsanerkennungsrichtlinie geregelt bleibt. "Die einzelnen Qualitätsstandards in den Mitgliedstaaten sollen auch weiter nicht unterlaufen werden", fordert Pollirer. Positiv bewertet der Interessenvertreter auch, dass Spezialbereiche wie etwa Telekommunikation und audiovisuelle Dienstleistungen nicht durch die Richtlinie geregelt werden sollen. (JR)

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