Ärztekammer weist Rechnungshof-Kritik zurück

Zusammenhänge unklar - kein Verständnis für Funktionsweise des Gesundheitssystems - Feststellungen übersteigen Kompetenz

Wien (OTS) - Die Österreichische Ärztekammer (ÖÄK) hat die Kritik des Rechnungshofes an den im Zuge der e-Card-Einführung an die Ärzte geleisteten Zahlungen zurückgewiesen. Offensichtlich sei der Rechnunhgshof über den Sachverhalt und die betriebswirtschaftliche Situation der Ärztepraxen uninformiert, sagten ÖÄK-Präsident Reiner Brettenthaler und der geschäftsführende Bundesobmann der niedergelassenen Ärzte, Günther Wawrowsky, Dienstag in einer Aussendung. Mit seiner Feststellung, man solle das Verhandlungsmandat der Ärztekammer in volkswirtschaftlich wesentlichen Fragen einschränken, zeige der Rechnungshof Unverständnis gegenüber der rechtlichen Organisation und der Funktionsweise des österreichischen Gesundheitssystems sowie den wirtschaftlichen Zwängen der niedergelassenen Praxen. Außerdem überschreite er seine Kompetenzen.

Die durch stagnierende Honorare bedingte, abnehmende wirtschaftliche Ertragskraft der Kassenordinationen mache größere Investitionen wie etwa bei der Einführung der e-Card zu einem wesentlichen finanziellen Problem. Zusätzlich führe das e-Card-System zu einer Steigerung des laufenden Aufwandes, der gemeinsam mit einer von gesundheitspolitischer Seite überbordenden bürokratischen Anspruchshaltung das "Maß des Erträglichen und Leistbaren" beinahe schon übersteige. "Der Gesetzgeber und die Gesundheitspolitik fällen Entscheidungen, ohne ihre Folgekosten für Dritte zu berücksichtigen", so die hohen Ärztevertreter.

Auch volkswirtschaftliche Ziele seien gemessen am Ziel einer guten und sozialen Gesundheitsversorgung nachrangig. Würden die niedergelassenen Praxen finanziell ausgehöhlt, dann gefährde man das Gesundheitssystem, argumentierten Brettenthaler und Wawrowsky. Gerade dieser Zusammenhang sei dem Rechnungshof anscheinend nicht klar, heißt es abschließend aus der Österreichischen Ärztekammer.

Rückfragen & Kontakt:

Pressestelle der
Österreichischen Ärztekammer
Tel.: (++43-1) 513 18 33

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NAE0002