Neues Volksblatt: "Anti-Partei" (von Christian Buchar)

Ausgabe vom 30. Mai 2006

Linz (OTS) - Der Wahlkampf-Startspurt, den die Grünen gestern und morgen mit der Präsentation von "Schwarzbüchern" zu ÖVP und SPÖ hinlegen, liefert auch gewisse Spiegelbilder zum Zustand der kleineren Oppositionspartei. Dazu zählt etwa, dass die Kritik an der ÖVP zeitlich vor jener an der SPÖ kommt. Das lässt sich natürlich mit dem Wesen von Regierung und Opposition erklären. Faktum ist aber eben auch, dass Kritik an Schwarz vielen Grün-Politikern eben leichter über die Lippen kommt als solche an Rot. Und, des Spiegelbilds nächster Teil: Die Präsentation eigener Überlegungen kommt überhaupt erst nach der Kritik, nämlich erst nächste Woche.
Auch das passt. Denn das große, schlüssige und finanzierbare Konzept zu entscheidenden Fragen der Zukunft - Wachstum, Beschäftigung, Sicherheit - sind die Grünen bisher schuldig geblieben. Aus der einstigen Anti-Partei im Sinne eines Gegenmodells zur gewohnten Parteienland-schaft ist heute eine Anti-Partei anderer Art, nämlich eine, die sich inhaltlich primär durch Widerspruch definiert, geworden. Das bleibt nach 20 Jahren im Parlament etwas zu dürftig.

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