Heinzl: Anfrage zu Gefahrenpotential des Wagramer Eisenbahntunnels an den Verkehrsminister

Es wurde nur auf die Kosten geschaut, ohne die Sicherheit der Fahrgäste in ausreichender Weise zu berücksichtigen

St. Pölten, (SPI) - Der Wagramer Eisenbahntunnel in St. Pölten, seit mittlerweile zwei Jahren im Zuge der neuen Westbahntrasse in Betrieb, sorgt derzeit für Gesprächsstoff. Wie jetzt bekannt wurde, gibt es massive Sicherheitsbedenken, die auch von den Einsatzkräften in einem internen Protokoll einer Übung bestätigt werden. Bei einer Übungsannahme eines Zugunglücks mit Kesselwaggons und Personenwaggons wurden massive Sicherheitsbedenken geäußert. Man stelle sich vor, dass der Tunnel verraucht ist und sogar entgleiste Waggons den Weg versperren. Man stelle sich die Panik vor, die in einem vollkommen dunklen Tunnel im Falle eines Unfalles entsteht.****

"Die Länge dieser ‚Unterführung’ liegt mit 495 Metern genau 5 Meter unter jener Länge, ab der ein derartiges Bauwerk als Tunnel - nämlich ab 500 Meter - eingestuft wird. Aus diesem Grund ist es eisenbahnrechtlich kein Tunnel mit der Folge, dass die erforderlichen Sicherheitseinbauten wesentlich geringer sind. Bei der Übungsannahme ging vieles schief. Die Feuerwehrkräfte konnten nur bis etwa zur Hälfte des Tunnels mit Sauerstoffflaschen vorrücken, die Übung ergab, dass sogar einige FF-Männer das Bewusstsein verloren und ärztlich versorgt werden mussten. Im Protokoll ist zu lesen, dass auch die Brandbekämpfung nur unter erschwerten Bedingungen möglich ist, da keine Löschwasserentnahmestellen vorhanden sind und aufgrund der Tunnellänge auch keine dementsprechende Löschleitung eingebaut ist. Aus den Erkenntnissen der Feuerwehr St. Pölten aus der Übung ist eindeutig ablesbar, dass ein Unfall mit einem Reise- oder gar Pendlerzug als höchst problematisch einstuft wird. Eine Rettung von hunderten Personen ist sehr schwer möglich oder sogar unmöglich, da die wesentlichen Infrastruktureinrichtungen für solche Einsätze zur Gänze fehlen", umreißt der St. Pöltner SPÖ-Nationalrat Anton Heinzl den Sachverhalt.

Heinzl hat nun die Initiative ergriffen und stellt eine Anfrage an den für die Tunnelsicherheit verantwortlichen Verkehrsminister. "Auch wenn bisher alles gut gegangen ist - ich möchte im Interesse der Sicherheit der Reisenden wissen, ob die Bestimmungen, nach denen diese ‚Unterführung’ von 495 Meter, die eigentlich jeder klar denkende Mensch als Tunnel einstuft, einfach reformbedürftig sind. Nachträgliche Verbesserungen werden sicher etwas kosten, aber das muss es uns Wert sein, wenn wir die Sicherheit der Reisenden, oder im Einsatzfall auch der Einsatzkräfte, verbessern können", so Heinzl der darauf verweist, dass sogar die Feuerwehr ein geradezu vernichtendes Urteil über das Bauwerk ausspricht. Aus dem Protokoll: "Es wurde zwar den gesetzlichen Bestimmungen entsprechend gebaut, jedoch hat man ganz bewusst eine Variante gewählt, mit der man sich wichtige Sicherheitseinrichtungen ersparen konnte. Es wurde also nur auf die Kosten geschaut, ohne die Sicherheit der Fahrgäste in ausreichender Weise zu berücksichtigen. Dadurch bringt man aber nicht nur die Fahrgäste in Lebensgefahr, sondern auch die an einem Einsatz beteiligten Kräfte."
(Schluss) fa

Rückfragen & Kontakt:

SPÖ-St. Pölten
NR Anton Heinzl
Tel.: 02742/36512

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NSN0002