ARBÖ: "Kostenfalle" Microcar

Schwere Mängel bei der "§ 57a-Überprüfung" - Hohe Service- und Reparaturkosten

Wien (OTS) - Vierrädrige Leichtkraftfahrzeuge, besser bekannt
unter "Mopedautos" oder "Microcars", können sehr rasch zu einer "Kostenfalle" werden, warnt der ARBÖ aufgrund einer Stichprobe der ARBÖ-Landesorganisation Burgenland.

Kurz die Fakten: Über 17.000 vierrädrige Leichtkraftfahrzeuge fahren derzeit auf Österreichs Straßen. Sie dürfen max. 45 km/h Spitze erreichen und nicht mehr als 4 KW Leistung haben. Die Anschaffungskosten eines neuen Mopedautos liegen zwischen 9.500 und 13.000 Euro, mit Sonderausstattung noch höher. Künftig werden Personen, die auf Grund Trunkenheit am Steuer keinen Führerschein mehr haben, auch nicht mehr auf Microcars umsteigen können. Das wurde durch einen Erlass des Verkehrsministers festgelegt. Damit ist nur eine von mehreren Forderungen des ARBÖ erfüllt: Vor dem Erwerb der Lenkerberechtigung für Microcars sollen die Bewerber genauso amtsärztlich untersucht werden wie Führerscheinwerber.

Bei der "Wiederkehrenden Begutachtung gemäss § 57a" ("Pickerl") mussten die ARBÖ-Techniker schwere Mängel bei den Microcars feststellen: "Ab einer Fahrzeugleistung von 10.000 km haben schon 35 Prozent aller Microcars mindestens einen schweren Mangel. Nach 20.000 km sind es bereits 80 Prozent mit mindestens einem schweren Mangel", fasst
ARBÖ Burgenland Landesgeschäftsführer Dir. Ing. Rudolf Leeb das Ergebnis der Prüfberichte zusammen. Schwere Mängel gibt es vor allem bei der Radaufhängung, bei den Gelenken, Bremsen sowie den Radlagern. Im Pannendienst sind die ARBÖ-Techniker vor allem mit Problemen des Riemenantriebs, oxydierten Steckverbindungen und Kabelbrüchen der Fahrzeugelektrik oder kaputten Batterien konfrontiert.

Der ARBÖ nahm diese Ergebnisse zum Anlass, sich bei Autohäusern und Werkstätten umzuhören. Dir. Ing. Leeb weiter: "Im Grunde wurden uns unsere Werte bestätigt, einige bezeichneten Mopedautos sogar als gutes Geschäft, weil man mit Pkw heutzutage sowieso kein Geld mehr verdient!"

Kein Wunder, liegen die Serviceinterwalle bei den vierrädrigen Leichtkraftfahrzeugen bei ca. 5.000 km. Bei einigen Marken wird sogar zwischen einem kleinen Service und einem großen Service im Abstand von 5.000 km unterschieden. Die Preise für ein kleines Service bewegen sich bis 200 Euro und ein großes Service kostet bis 300 Euro, ohne zusätzliche Reparaturarbeiten. Dir. Leeb: "Im Durchschnitt wird so ein/e Microcar-FahrerIn für Service plus Reparaturen mit ungefähr 450 Euro rechnen müssen."

ARBÖ-Landesgeschäftsführer Dir. Ing. Rudolf Leeb: "Rechnet man nur die Anschaffungskosten eines Microcars, die laufenden Betriebs- und Servicekosten sowie mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit mit den anfallenden Reparaturkosten, müssen wir von einer 'Kostenfalle Microcar' sprechen!"

Warum sind diese Fahrzeuge so kostenintensiv?
Das größte Problem liegt im Fahrbetrieb von Microcars. - Viele Mopedautopiloten sind sozusagen über Stock und Stein unterwegs und so manche unsanfte Berührungen mit Randsteinen, Aufsitzern usw. und deren Auswirkungen werden nicht ernst genommen.

Weiters werden diese Autos zu 80 Prozent Vollgas gefahren, d.h. nur mit Vollgas erreichen diese Fahrzeuge ihre Spitzengeschwindigkeit der erlaubten 45 km/h. - Am Stand laufend müssen sie dann durch die Automatik gebremst werden.

Qualitativ mangelhafte Autobeschaffenheit mit rauhen Betriebsbedingungen und der ständige Vollgasbetrieb sind die Ursachen für die hohen Service- und Reparaturkosten, die zusätzlich zum hohen Anschaffungspreis fast regelmäßig anfallen.

Denn auch die Anschaffungskosten sind nicht ohne. Verglichen mit Preisen für Neufahrzeuge und Pkw, die schon um 13.000 Euro zu haben sind, sind die Anschaffungskosten für Microcars nicht gerade niedrig. Neben den hohen Kosten nehmen Lenker bzw. Insassen von Microcars auch ein höheres Unfallrisiko auf sich: "Laut Kuratorium für Verkehrssicherheit haben Microcarlenker ein achtfach höheres Risiko bei einem Unfall getötet zu werden", so Dir. Ing. Rudolf Leeb.

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