Waldland: Vorzeigeprojekt für Innovation und Diversifizierung

Rentabilität öffentlicher Fördermittel bewiesen - strukturschwache Region erhält Impulse

Wien (AIZ) - "Land.Leben.Zukunft" - das Motto des informellen Treffens der EU-Agrarminister von 28.05. bis 30.05.2006 in Krems auf Einladung des österreichischen Ratsvorsitzes unter Landwirtschaftsminister Josef Pröll stellt Bildung, Beratung, Forschung und Entwicklung, Innovation und Diversifikation als Schlüsselfaktoren für die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Landwirtschaft in den Mittelpunkt. Den Ministern wird dabei ein Besuchsprogramm mit Best-Practice-Beispielen geboten, wie erfolgreiche Projekte in der Region Landwirten Märkte und Wertschöpfung eröffnen sowie die gesamte regionale Wirtschaftskraft stärken. Eines dieser österreichischen Vorzeigeprojekte ist die Waldland-Firmengruppe mit Sitz in Oberwaltenreith im nordwestlichen Landesteil Niederösterreichs, dem Waldviertel.

Waldland produziert und verarbeitet pflanzliche und tierische Spezialitäten von rund 750 Mitgliedsbetrieben des Waldviertler Sonderkulturenvereines in den Kernbereichen nachwachsende Rohstoffe, Pflanzenöltechnologie, Arzneimittel sowie Faserpflanzentechnologie und selbstverständlich kulinarische Spezialitäten, die Absatz bis nach Brüssel finden.

Rentabilität öffentlicher Fördermittel bewiesen

Waldland ist ein Beweis für die Rentabilität öffentlicher Mittel für landwirtschaftliche Innovationsprojekte: Jährlichen Förderungen von EUR 200.000,- in den ersten fünf Jahren der 1980 begonnenen Firmengeschichte steht unter anderem als Return gegenüber, dass das mittlerweile ohne Förderungen wirtschaftende, hochinnovative Unternehmen heute aus eigener Kraft alleine EUR 400.000,- pro Jahr für Forschung und Entwicklung sowie Qualitätskontrolle aufwendet. Eine wissenschaftliche Studie im Auftrag der Österreichischen Hagelversicherung hat übrigens erstmals den volkswirtschaftlichen Wertschöpfungseffekt regionaler Versorgungsketten für Niederösterreich berechnet: Werden 10% mehr regionale statt importierte Produkte konsumiert und 5% mehr Energie aus heimischen nachwachsenden Rohstoffen verwendet, steigt die Wertschöpfung im Bundesland um EUR 1 Mrd. pro Jahr und bedeutet das gut 8.000 zusätzliche Arbeitsplätze sowie rund EUR 25 Mio. weniger externe Umweltkosten.

Waldland ist einer der größten Arbeitgeber in strukturschwacher Grenzregion

Waldland beschäftigt als einer der größten Arbeitgeber im Bezirk Zwettl 70 Mitarbeiter. Das ist ein wichtiger Impuls für diese strukturschwache Randregion Österreichs an der bis 1989 "Toten Grenze" zu Tschechien mit erschwerten klimatischen Bedingungen für die Landwirtschaft. Waldland setzte 2005 EUR 8 Mio. um; die Landwirte erlösten für die an Waldland gelieferten Produkte 2005 EUR 3,2 Mio. Auch die Wertschöpfung aus der Verarbeitung an Ort und Stelle kommt der Region zugute. Waldland organisiert Saat- und Pflanzgut und bietet den Landwirten Unterstützung in Form von Beratung, Kulturanleitungen, Verleihung von Spezialmaschinen bis hin zur Problemlösung vor Ort. Mit eigenem Qualitätslabor und eigenen Kontrolleinrichtungen und -systemen kann sich Waldland als einzigartig im europäischen Vergleich derartiger Regionalinitiativen profilieren. Weiters führt Waldland teilweise auch die Ernte von speziellen Kulturen wie die Pollenernte durch. Die Mitglieder erhalten eine Mindestpreis- und Abnahmegarantie für die vertraglich fixierte Qualität und Quantität ihrer Produkte.

Der Waldviertler Sonderkulturenverein (99%) und der Versuchsbetrieb Ökoverein Mühlbach (1%) halten die Anteile an der Waldland Vermarktungs GmbH, die wiederum Mehrheiten an der Waldviertler Flachshaus GmbH, der Öl- und Bioenergie GmbH Kautzen und Waldland VWP GmbH Pflanzenölmotorentechnik hält. Am Beginn 1980 stand die Überlegung, mit dem Anbau "neuer" Kulturen wie Mohn oder Kräutern der Landwirtschaft in der infrastrukturell und wirtschaftlich benachteiligten Region Waldviertel Chancen für die Diversifizierung zu eröffnen. Heute sind die Geschäftsfelder breit gefächert, Waldland versteht sich nicht nur als Verarbeiter und Vermarkter, sondern als Netzwerk, das eine Vielzahl Marktteilnehmer zusammenbringt. Die regionale Verankerung beginnt bei den rund 750 Bauern aus dem gesamten Waldviertel mit großer regionaler und betrieblicher Streuung. Als Verarbeiter und Lieferant konnte sich Waldland den Abnehmern gegenüber als sicherer und damit nicht beliebig auswechselbarer Marktpartner etablieren. Waldland kann mit seinen Mitgliedern den Anbau und die Verarbeitung neuer Kulturen testen und flexibel für die Etablierung am Markt vorbereiten.

Geschäftsfelder wachsen stetig

Waldland verarbeitet die pflanzlichen und tierischen Erzeugnisse der Mitglieder am Waldlandhof unter dem Motto "Wir veredeln die Natur" in Oberwaltenreith zu hochwertigen konsumfertigen Spezialitäten. Waldland legt Wert darauf, Produkte anzubieten, deren Herkunft vom Feld bis aufs Teller nachvollziehbar ist. Diese Transparenz gewährt eine lückenlose Erzeugerkennzeichnung sowie Qualitätskontrolle. Zahlreiche Mitglieder unterliegen zusätzlich auch der Qualitätskontrolle von Bioverbänden. Die Produkte werden in den hauseigenen Shops am Waldlandhof und in der Wiener Innenstadt, in der hauseigenen Gastronomie, über ein Cateringservice, Web-Shop und Lieferservice nach Brüssel angeboten. Das Angebot umfasst Getreideprodukte, Kräuter und Gewürze, Tees, Geschenksideen, Mehlspeisen und Pflanzenöle. Daneben gibt es auch zahlreiche tierische Spezialitäten in den Waldland-Läden.

Im Non-Food-Bereich hat Waldland eine führende Position am Arzneimittel-, Bioenergiesektor und in der Faserpflanzentechnologie errungen: Durch Erkenntnisse über die Produktion und Verarbeitung von verschiedenen Pflanzen machte die pharmazeutische Industrie auf Waldland aufmerksam. Seit 1997 kultiviert und verarbeitet Waldland neben Mariendistel - übrigens als einziger europäischer Verarbeiter -Dutzende weitere Arznei- und Heilpflanzen sowie Pollen als Basis diverser Medikamente. Waldland verbesserte nach den Bedürfnissen der Pharmaindustrie durch Selektion und Züchtung den Gehalt an wertbestimmenden Inhaltsstoffen und prüft laufend pharmazeutisch bedeutsame Pflanzen auf ihre Kultivierungs- sowie Verarbeitungseignung.

In der einzigen österreichischen Faserschwunganlage in Rastenfeld verarbeitet Waldland heimische Faserpflanzen wie Flachs, Hanf oder Fasernesseln. Daraus werden Garne und Stoffe, Heimtextilien und Bekleidung sowie hochwertige ökologische Dämmstoffe für die Bauwirtschaft hergestellt, die Bekleidung wird im eigenen Leinengeschäft in Rastenfeld vertrieben.

Der bislang jüngste Geschäftsbereich von Waldland ist die Umrüstung von Diesel-Fahrzeugen - PKW und Traktoren - auf den Betrieb mit Pflanzenöl in einer eigens geschaffenen Werkstätte am Waldlandhof in Oberwaltenreith. Waldland versorgt die Fahrzeuge auch mit Pflanzenöl und arbeitet auch an wissenschaftlichen Flottenversuchen, unter anderem mit Traktoren, mit.
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