Informeller Rat: EU-Agrarminister auf "Europa hört zu" eingeschworen

Pröll zeigt von 28. bis 30.05. in Krems Best-Practice-Beispiele in Bildung, Beratung, F&E

Wien (AIZ) - "Europa hört zu." Dies soll vor allem für den gemeinschaftlich am stärksten geregelten Politikbereich der EU, die Gemeinsame Agrarpolitik, gelten, wenn Ratsvorsitzender und Landwirtschaftsminister Josef Pröll die Agrarminister der 25 Mitgliedstaaten sowie Rumäniens, Bulgariens, Kroatiens, Mazedoniens und der Türkei und Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel sowie Verbraucherschutzkommissar Markos Kyprianou von 28. bis 30.05.2006 in seine nähere Heimat, nach Krems in Niederösterreich, zum informellen Ratstreffen einlädt. Als Schlüsselfaktoren für die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Landwirtschaft und für den ländlichen Raum im Sinne des Mottos "Land.Leben.Zukunft" stehen dabei inhaltlich Bildung, Beratung, Forschung und Entwicklung im Mittelpunkt. Auf ihrem Besuchsprogramm werden die Minister Best-Practice-Beispiele dafür, wie die Waldland Vermarktungsinitiative im Waldviertel und die Weinerlebniswelt Loisium in Langenlois sowie die Qualitätsbestrebungen des Weinbaus in der Wachau, zu sehen bekommen. Vier Arbeitskreise werden die Themenstellung beleuchten.

Ein zentrales Anliegen von Pröll ist es, die zukunftsrelevanten Fragen für den ländlichen Raum nicht hinter verschlossenen Türen zu diskutieren, sondern unter breiter Beteiligung einer qualifizierten Öffentlichkeit: Am Sonntag werden sich Pröll und Amtskollege aus den Niederlanden, Cees Veerman, gemeinsam mit der Agrarkommissarin bei einem Bauernfrühschoppen der Diskussion mit den Bürgern stellen. Parallel zum Rat in Krems hält die Landjugend ihren "informellen Rat der jungen Landwirtschaft", unter anderem mit Spitzenbeamten der EU-Kommission und Wissenschaftern, wobei es ebenfalls um die Wettbewerbsfähigkeit als Schlüssel zur Zukunft geht. Die Auswahl des Tagungsortes des informellen Agrarrates, der Campus der Donau-Universität Krems, ist auch als Signal für die Bedeutung der Themenstellung gedacht.

Das Ziel ist, Lehre und Forschung im Agrarbereich zum Nutzen der Praxis letztlich besser zusammenzuführen: Das heißt fundierte Grundlagenforschung, professionell angewandte praktische Forschung und Bildungsstrategien, die an den Bedürfnissen der Landwirtschaft und Wertschöpfungsketten orientiert sind. Auf dieser Grundlage soll letztlich bedarfsorientierte Beratung eine Nutzung von Innovation herbeiführen, die Wohlstand, Sicherheit und Lebensqualität abseits der Ballungszentren ermöglicht. Denn 90% der Fläche der Europäischen Union sind ländlicher Raum und immerhin 57% der Bevölkerung leben hier. Die österreichische Präsidentschaft wird die Vertreter der Mitgliedstaaten daher in den Arbeitssitzungen des informellen Rates mit Schlüsselfragen zu den vier Kernbereichen Forschung und Entwicklung, Bildung, Beratung sowie Innovation und Diversifikation konfrontieren. Anhand der Erörterung, unter anderem auch mit externen Experten wie dem Präsidenten der Landwirtschaftskammer Österreich, Rudolf Schwarzböck, Magna-Manager Sigi Wolf, dem Rektor der Universität für Bodenkultur Wien, Hubert Dürrstein, und Christian Pattermann von der Generaldirektion Forschung der EU-Kommission, will sich der österreichische EU-Vorsitz mit den Mitgliedstaaten dem Ziel nähern. Parallel wird sich der aus nationalen Spitzenbeamten zusammengesetzte Sonderausschuss Landwirtschaft (SAL, das Vorbereitungsgremium der Agrarräte) unter anderem mit dem Vorschlag der Kommission für eine Reform der Faserflachs- und Hanf-Marktordnung auseinandersetzen.
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