Josef Pröll: Bundesgärten sind einmalige Kulturgüter mit zeitgemäßen Aufgaben

Umtopfen der historischen Schönbrunner Myrte in der Großen Orangerie

Wien (OTS) - "25 Millionen Besucher pro Jahr bestätigen die Attraktivität der Bundesgartenanlagen und deren internationale Bedeutung. Vorrangiges Ziel ist es, die historische Substanz zu bewahren und weiter zu entwickeln, aber auch zeitgemäße Aufgabenstellungen wahrzunehmen. Die Pflege und Erhaltung der historischen Gartenanlagen als einmalige Kulturgüter ist mir ein besonderes Anliegen," so Landwirtschaftsminister Josef Pröll anlässlich der Umtopfung der historischen Maria Theresien - Myrte in Schönbrunn.

Die historische Schönbrunner Myrte ist jene Pflanze, die Kaiserin Maria Theresia zu ihrer Vermählung mit Franz I. Stephan, Herzog von Lothringen, am 12. Februar 1736 als kleines Myrtenbäumchen zum Geschenk erhielt. Das Bäumchen war, soweit bekannt, eine Gabe des osmanischen Sultans, Mahmud I.

"Die heute fast 300 Jahre alte Myrte Maria Theresias, ein Pflanzenjuwel der Botanischen Sammlungen der Bundesgärten, wurde und wird seit sie in Schönbrunn ist, von den GärtnerInnen der ehemaligen Hofgärten und der heutigen Bundesgärten fachkundig gepflegt. Das spezielle Wissen über diese Pflanze wird von einer GärtnerInnengeneration zu der nächsten weitergegeben", so Pröll.

Die Myrte erhält beim Umtopfen einen von den Werkstätten der Bundesgärten hergestellten neuen und größeren Pflanzenkübel aus Eichenholz. Bei der äußerst heiklen gärtnerischen Arbeit des Umtopfens wird insbesondere auf den, aufgrund des Alters der Pflanze, bereits brüchig gewordenen Stamm und die empfindlichen Äste geachtet. Die spektakuläre Umpflanzung fand im Garten der Grossen Orangerie im Schlosspark Schönbrunn statt.

Die Myrte, häufig auch als Brautmyrte bezeichnet, galt schon in der Antike als Symbol von Schönheit und Jugend. Sie war der Aphrodite heilig, die, aus dem Meer steigend, sich nur mit einem Myrtenstrauch bedeckte. Mit ihren immergrünen Blättern und den zierlichen weißen Blättern, die einen aromatischen Duft verströmen, ist sie eine besonders attraktive Pflanze. Sie wird auch heute noch gerne als Brautschmuck verwendet. In unseren Breiten ist die aus dem Mittelmeergebiet stammende Myrtus communis verbreitet.

"Vorrangiges Ziel der heutigen Gartenpflege der Bundesgärten ist die Bewahrung der in den Parkpflegewerken festgelegten historischen Leitbilder unter Beachtung der höchstmöglichen gärtnerischen Pflegequalität. Alle Bundesgärten stehen mittlerweile unter Denkmalschutz. Mit dem Weltkulturerbe Schönbrunn haben wir eine Verantwortung, die es auch für künftige Generationen zu bewahren gilt. Die international herausragende Qualität dieser österreichischen Kulturgüter sollte dazu genützt werden, Know-how auch anderen Interessenten für die Gartendenkmalpflege zu vermitteln", so Pröll.

Die zahlreichen Besucher pro Jahr bestätigen nicht nur die erfreuliche Attraktivität der Bundesgartenanlagen selbst, sondern auch deren vielschichtige Bedeutung. Als Orte für kulturelle und gesellschaftliche Ereignisse, als Tourismusattraktionen ersten Ranges sowie als Naherholungsräume für die städtische Bevölkerung werden Leistungen erbracht, die sowohl Werte wie auch Einnahmequellen bedeuten.

"Der freie Zugang zu den Bundesgärten ist mit ein Grund für die große Akzeptanz in der Bevölkerung. Gleichzeitig müssen aber auch Wege gefunden werden, die es ermöglichen, die vielseitigen Ansprüche der Gesellschaft derart in Einklang zu bringen, dass die Zerstörung der historischen Substanz vermieden wird. Der besonders hohe Stellenwert für die gesamte städtische Bevölkerung verschafft den Bundesgärten im Vergleich zu den meisten anderen historischen Gartenanlagen eine Ausnahmesituation. Künftig müssen wir daher der stadtökologischen Bedeutung mehr Augenmerk zuwenden und neue ökologische Impulse setzen. Damit werden wir langfristig die Attraktivität der Bundesgärten erhalten und die Voraussetzungen für die Wahrung unseres Kulturerbes schaffen", schloss Minister Pröll.

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