Grünen NÖ: Sprachförderung für Migrantenkinder nur Alibiaktion

BR Kerschbaum kritisiert fehlendes Engagement bei der Sprachförderung

St. Pölten (Grüne) - "Für Sprachkurse im Kindergarten wurden vom Land Niederösterreich nur 8 Mitarbeiterinnen engagiert, die 1700 niederösterreichischen Kindergartenkinder mit sprachlichem Aufholbedarf betreuen sollen. Das ist eindeutig zu wenig", so die Bundesrätin der NÖ Grünen, Elisabeth Kerschbaum. Mehr Engagement bei der Sprachförderung für Migrantenkinder in Schule und Kindergarten fordern daher die Grünen vom Land Niederösterreich. Kerschbaum: "Dass die zuständige Landesrätin Mikl-Leitner darauf stolz ist, dass dem Land dadurch keine Kosten erwachsen, ist beschämend." Auch in der Hortförderungsfrage bleibt Mikl-Leitner dabei: die Förderung des Landes Niederösterreich ist nur Staatsbürgern aus dem EU- und EWR-Raum zugänglich. Kinder, deren Eltern etwa aus der Türkei kommen, werden nicht gefördert. Kerschbaum: "Das ist nicht nur sozialpolitisch kontraproduktiv, sondern auch EU-rechtswidrig." Mit Jänner 2006 wäre die EU-Richtlinie betreffend die Rechtsstellung langfristig aufenthaltsberechtigter Drittstaatsangehöriger umzusetzen gewesen. Diese verlangt die Gleichbehandlung für Drittstaatsangehörige unter anderem in den Bereichen Bildung, soziale Sicherheit und Sozialhilfe. NichtösterreicherInnen werden also rechtswidrig von verschiedenen Sozialleistungen, wie der Hortförderung, ausgeschlossen.

Kerschbaum: "Es ist kein Wunder, dass dem Österreichischen Schulsystem von der OECD wieder schlechte Noten ausgestellt wurden." Die OECD stellt in einer Spezialauswertung der PISA-Studie fest, dass die Förderung von Migrantenkindern in der Schule in Österreich im Vergleich mit anderen Staaten mit hohem Zuwandereranteil eher schlecht gelingt. "Mit diesen Alibi-Sprachförderungen werden Kinder von MigrantInnen weiterhin von Bildung und Integration ausgeschlossen. Wir fordern mehr Engagement für die Sprachförderung der niederösterreichischen Kinder in Kindergarten und Volksschule", so die Grüne Bundesrätin. Die Sparsamkeit der Landesregierung geht auf Kosten des Bildungslandes Niederösterreich. Unabhängig von der Herkunft müssen Kinder mit sprachlichem Nachholbedarf schon früh gefördert werden.

Rückfragen & Kontakt:

Presse - Grüner Klub im NÖ Landtag +432742/9005-16703 - landtag@gruene.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | GRN0001