"Sicheres Buchen in der Hotellerie"

Hohe Ertragsausfälle durch Buchungsstornos kurz vor Reiseantritt - Fachverband rät von Klagen ab und empfiehlt Storno-Versicherung

Wien (PWK336) (OTS) - Durch Stornierungen und "No Shows" erleidet die heimische Hotellerie jährlich einen Schaden zwischen 133 und 213 Millionen. Umgelegt auf den einzelnen Betrieb bedeutet dies einen entgangenen Rohgewinn zwischen 9.300 und 15.000 Euro pro Jahr, erklärte der Obmann des Fachverbandes Hotellerie in der Wirtschaftskammer Österreich, Dr. Klaus Ennemoser, heute, Dienstag, in einem gemeinsam mit der Europäischen Reiseversicherung abgehaltenen Pressegespräch zum Thema "Sicheres Buchen in der Hotellerie".

Dieses eminente Risiko lässt sich, so Ennemoser, am besten durch die Vereinbarung einer Anzahlung, die im Storno-Fall einbehalten werden kann, oder durch Abschluss einer Stornoversicherung reduzieren. Beide Möglichkeiten haben den großen Vorteil, dass der Hotelier auf den Rechtsweg verzichten kann und trotzdem eine Entschädigung für die Stornierung erhält.

Die Zahl der in der heimischen Hotellerie stornierten Nächtigungen bezifferte Ennemoser mit 3,8 bis 6,1 Millionen. Rund zwei Drittel der Stornos fallen in die letzte Woche vor dem Start des gebuchten Arrangements. 38 Prozent der Reisenden, die ihren Aufenthalt stornieren, tun dies in den letzten drei Tagen, und 13 Prozent sogar am Tag der vereinbarten Anreise, geht aus einer aktuellen Studie der Europäischen Reiseversicherung über das Stornoverhalten der Österreich-Urlauber in der Ferienhotellerie hervor. Dabei wurden mehrere tausend Stornierungen in der Sommersaison 2005 und im Winter 2005/06 untersucht.

"Die meisten Hoteliers haben kaum die Möglichkeit, die Betten so kurzfristig zu füllen. Durch eine entsprechende Stornoversicherung könnte der Schaden zumindest halbiert werden", sagte Dr. Martin Sturzlbaum, Vorstandsvorsitzender der Europäischen Reiseversicherung. Auch für die Konsumenten wäre dies von Vorteil. Denn auf Grund der Österreichischen Hotelvertragsbedingungen (ÖHVB) ist der durch ein kurzfristiges - unter 28 Tagen liegendes - Storno verursachte Ertragsausfall in voller Höhe vom Reisenden zu ersetzen, stellte Bernhard Gerstberger, Jurist im Fachverband Hotellerie fest.

Dies tatsächlich durchzusetzen ist für den Hotelier allerdings meist problematisch, waren sich die Referenten einig. Abgesehen davon, dass ein Gast, der geklagt wird, mit größter Wahrscheinlichkeit für die Zukunft verloren ist, hat sich durch eine EU-Regelung die rechtliche Situation für den Hotelier verschärft:
Gäste aus den EU/EWR-Mitgliedsstaaten können nur an deren Wohnsitz geklagt werden (Konsumenten-Gerichtsstand). "Eine Klage wäre somit mit einem großen faktischen und finanziellen Aufwand verbunden. Deshalb rät der Fachverband von Rechtsstreitigkeiten ab und empfiehlt eine alternative und konsumentenfreundliche Vorgehensweise", erklärte Gabriele Leitner, Geschäftsführerin im Fachverband Hotellerie. "Eine Hotelstornoversicherung kann das Problem für beide Seiten lösen: Der Gast ist gegen die Stornokosten abgesichert und der Hotelier kommt zu seinem Geld".

Die neue Fassung der ÖHVB wurde im Mai dieses Jahres vom Fachverbandsausschuss beschlossen. Hervorzuheben bei den Neuerungen sind, so Obmann Ennemoser, insbesondere die Stornobedingungen und die Gerichtsstandvereinbarung. Die neu adaptierten Hotelvertragsbedingungen treten mit 1. Juni 2006 in Kraft. Sie können auf der Homepage des Fachverbandes unter www.hotelverband.at abgerufen werden. (hp)

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