Brenner: Demonstranten blockieren auch die Schiene

Verkehrspolitisch fragwürdige Entscheidung der BH Innsbruck trifft den "Huckepackverkehr" - Blockade der Eisenbahn löst "Unverständnis und Kopfschütteln" der Wirtschaft aus

Wien (PWK335) - Empört reagieren die von der Totalblockade der Brennerautobahn am Freitag, 26. Mai (13 bis 24 Uhr), betroffenen Transportunternehmen auf die Tatsache, dass es ihnen diesmal verwehrt sein soll, ihre Lkw im Huckepackverkehr an der Straßensperre vorbeizuschleusen. Diese Ausweichmöglichkeit kann nicht genutzt werden, weil die Demonstranten mit ausdrücklicher Billigung der Bezirkshauptmannschaft Innsbruck-Land auch die Zufahrt zum ROLA-("Rollende Landstraße")-Terminal im Bereich des ehemaligen Zollamtes am Brenner blockieren.

"Die parallel zur Straße erfolgende Bahnblockade kann so nicht hingenommen werden. Schließlich gehen die verkehrspolitischen Bemühungen in Österreich seit längerem in Richtung Verkehrsverlagerung und Einbindung kombinierter Verkehrsträger", zeigt sich Veronika Kessler, Leiterin der Verkehrspolitischen Abteilung der Wirtschaftskammer Österreich, vom Vorgehen der Behörde enttäuscht: "Dass das Land Tirol neuerdings auch eine Blockade der Eisenbahn toleriert, kann nur mehr Kopfschütteln auslösen".

Mit "großer Verwunderung und noch größerem Unverständnis" muss die Wirtschaft deshalb zur Kenntnis nehmen, dass die Tiroler Verkehrspolitik mittlerweile sogar schon eine "als Straßenblockade getarnte Schienenblockade" duldet. Ein Ausweichen auf den Huckepackverkehr ist offenbar nicht gewünscht, kritisiert Kessler die verkehrspolitisch fragwürdige Entscheidung der BH Innsbruck.

Trotzdem bemühen sich die Transporte, gemeinsam mit ihren Partnern eine Antwort auf die unbefriedigende Situation zu finden. So werden die ROLA-Verbindungen zwischen Trient und Wörgl an diesem Feiertagswochenende verstärkt geführt, um das zu erwartende Verkehrschaos am Brenner wenigstens ein bisschen abzufedern. "Zu verhindern wird dieses aufgrund dieser Pauschalblockade wohl nicht sein", fürchtet Kessler.

Bisher war es den Transporteuren immer möglich, einen pragmatischen Ausweg aus Blockaden der Verkehrswege zu finden. Ein wesentlicher Beitrag dazu kam stets von Seiten des österreichischen ROLA-Betreibers ÖKOMBI. Dieser hat in solchen Fällen sein Angebot kurzfristig aufgestockt und damit den Straßentransporteuren die Möglichkeit geboten, ihren Verpflichtungen gegenüber den Abnehmern nachzukommen. "Dies war stets ein Vorzeigebeispiel für ein Miteinander im Verkehr. Viele Lkw sind nach derartigen positiven Erfahrungen übrigens zu ROLA-Stammkunden geworden", hält Veronika Kessler in diesem Zusammenhang fest. (hp)

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Dr. Veronika Kessler
Tel.: (++43) 0590 900-4020
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