Offensive Steirische Christgewerkschafter - ÖGB Reformkurs muss mit sechs Befreiungsschlägen beginnen

Wien (OTS) - "Der heutige Tag wird für den ÖGB zum Offenbarungstag". Franz Gosch, der steirische AK-Vizepräsident und Vorsitzende der steirischen Christgewerkschafter spricht sich vehement für einen "orchestralen Paukenschlag" Richtung grundlegender Reformen der österreichischen Gewerkschaftsbewegung aus.

Die Leitdevise beim heute, Dienstag, beginnenden Strukturreformtag des ÖGB in Wien müsse lauten: "Jetzt oder nie!" Gosch nimmt die Mega-Sitzung zum Anlass, "kraftvolle Reformschritte aus der Basis und nicht zaghafte Reförmchen von oben" einzufordern und schleunigst in Angriff zu nehmen.

Nach Ansicht der kämpferischen steirischen Christgewerkschafter benötigt der ÖGB jetzt rasche, radikale Reformschritte, um zukünftig wieder eine wirksame und glaubwürdige Interessensvertretung zu werden.

Oberste Priorität dabei hat die Forderung nach mehr Transparenz und Kontrolle, sowie die Durchschaubarkeit der ÖGB Strukturen. "Angelpunkt der neuen ÖGB Struktur muss mehr Mitgliedernähe in der Ausrichtung der Gewerkschaften als konsequente Berufsvertretung für die Menschen sein", sagt Gosch. "Die Machtspiele der sozialdemokratischen Granden in der Vergangenheit waren gewerkschaftsschädigend und für die Mitglieder unverständlich."

Gosch fasst die Forderungen der FCG in "sechs durchdachten Befreiungsschlägen für einen neuen ÖGB" zusammen.

So wurde in der Steiermark in den letzten Wochen vor allem auch die Gewerkschaftsbasis in den notwendigen Reformprozess eingebunden. Die "Sechs Befreiungsschläge" wurde als Unterschriftenaktion in den Betrieben aufgelegt.

Gosch: "Die Steiermark ist in dieser Frage ein österreichweiter Reformmotor. In einer breit angelegten Mitgliederbefragung wurden bei uns bereits die Mitglieder aktiv in den Veränderungsprozess miteinbezogen.

DIE SECHS STEIRISCHEN BEFREIUNGSSCHLÄGE FÜR EINE RADIKALE REFORM DES ÖGB

Erster Befreiungsschlag:

Volle Transparenz und Durchschaubarkeit im Gewerkschaftsbund, mit einer nachvollziehbaren Neuordnung einer mitgliedernahen Struktur für alle arbeitenden, aber auch arbeitssuchende Menschen. Auch Werkverträge, freie Dienstnehmer, etc. müssen stärker in die gewerkschaftliche Vertretung eingebunden sein.

Zweiter Befreiungsschlag:

Der ÖGB muss sich auf seine Rolle als unabhängiger Gewerkschaftsbund konzentrieren und die Überparteilichkeit nicht nur behaupten, sondern auch leben, das bedeutet totale Entflechtung von SPÖ und Gewerkschaft.

Dritter Befreiungsschlag:

Der ÖGB hat nur Zukunft, wenn er Minderheitenrechte ernst nimmt und die ausschließliche Kontrolle künftig von den Minderheitsfraktionen wahrgenommen wird, d.h. die Mehrheit darf sich nicht selbst kontrollieren.

Vierter Befreiungsschlag:

Die Rolle der Einzelgewerkschaften muss gestärkt, der ÖGB auf eine koordinierende Funktion reduziert werden. Der Vorteil - die Gewerkschaften konzentrieren sich voll auf die spezifische Berufsvertretung für die Menschen.

Fünfter Befreiungsschlag:

Starke Gewerkschaften sind in "Zeiten wie diesen" ein wichtiges Regulativ für mehr soziale Gerechtigkeit. Nur starke Sozialpartner und ein glaubwürdiger ÖGB können im Wege kollektiver Rechtsetzung faire soziale Rahmenbedingungen für die Arbeitnehmer/-innen garantieren.

Sechster Befreiungsschlag:

Der ÖGB muss lernen, Solidarität anders zu denken und zukunftsgewandte Arbeitnehmer- und Sozialpolitik jenseits von Gegenwartsverweigerern anzubieten. Das neue Leitmotiv muss lauten:
Wir sind Mitinvestoren in Arbeits- und Lebensformen und garantieren für Österreichs Arbeitnehmer/-innen den gerechten Anteil am Wirtschaftswachstum.

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