ÖBB-Dienstrecht: Verhandlungen erfolgreich abgeschlossen

Mehr Flexibilität und jährliche Einsparungen in zweistelliger Euro-Millionenhöhe

Wien (OTS) - 23. Mai 2006 - Sehr zufrieden mit dem Ergebnis der Dienstrechts-Verhandlungen zeigen sich Konzernführung und Konzernbetriebsrat der ÖBB. Das vorliegende Resultat sei das Ergebnis der guten Gesprächsbasis zwischen den Verhandlungspartnern und dem klaren Bekenntnis beider Seiten zur Notwendigkeit von Veränderungen. Das Paket bringt dem Konzern jährliche Einsparungen in Höhe eines zweistelligen Millionen-Eurobetrages. Vor allem aber ermöglicht es künftig einen flexibleren Einsatz der Mitarbeiter: eine Voraussetzung für die Entwicklung der ÖBB zu einem modernen und wettbewerbsfähigen Dienstleistungsunternehmen.****

Knapp sechs Monate dauerten die Gespräche, nun liegt eine Einigung in den wesentlichen Punkten vor. "Es ist ein Ergebnis, von dem Unternehmen und Mitarbeiter gleichermaßen profitieren. Zudem ist es gelungen, der Sachlichkeit absoluten Vorrang zu geben und in der notwendigen Ruhe gemeinsam konkrete Lösungen zu erarbeiten", berichten der Sprecher des Vorstandes der ÖBB-Holding AG, Martin Huber, und der Vorsitzende des Konzernbetriebsrats, Wilhelm Haberzettl. "Aufbauend auf dieser Gesprächsbasis sehe ich künftigen Verhandlungen im Sinne der strategischen Weiterentwicklung des Unternehmens grundsätzlich optimistisch entgegen" so Huber.
Das Maßnahmen-Paket bringt einerseits kurzfristig erzielbare Einsparungen. "Vor allem aber hat es mittel- und langfristig positive Auswirkungen auf die Flexibilität im Personalmanagement und bedeutet eine maßgebliche Reduktion administrativer Tätigkeiten", so Huber weiter.

Änderung des Arbeitszeitkollektivvertrags Herzstück der aktuellen Einigung ist die Änderung des Arbeitszeitkollektivvertrags in einer Reihe von Punkten. Die Ziele und Maßnahmen sind definiert, die exakte Ausformulierung wird bis zum 30. Juni 2006 vorgenommen. Ein weiterer wichtiger Punkt der Vereinbarung ist das Schaffen von Möglichkeiten für den Konzern, die in einem Bereich überzähligen Mitarbeiter künftig leichter als bisher dort einsetzen zu können, wo sie tatsächlich gebraucht werden. Dies geschieht über deren Zuordnung ins "Workforce Management" der ÖBB-Dienstleistungs GmbH. Auf Basis des Mittelfristplanes sollen Mitarbeiter u.a. durch Requalifizierungsmaßnahmen möglichst rasch ihren neuen Aufgabenbereichen - vorzugsweise innerhalb des Konzerns - zugeordnet werden. Die dafür notwendige Ergänzung der AVB (Allgemeinen Vertragsbedingungen für Dienstverträge bei den Österreichischen Bundesbahnen) erfolgt ebenfalls bis Ende Juni. Einsparungen durch administrative Vereinfachungen wird es auch durch die Umstellung des Urlaubsjahres auf Kalenderjahr, die Konzeption einer neuen Reiserichtlinie und die Implementierung eines Online-Gehaltszettels geben. Weiters soll durch die Definition von Saisonbetrieben im Arbeitszeitkollektivvertrag in diesen Bereichen der Durchrechnungszeitraum der Normalarbeitszeit von 13 auf 26 Wochen verdoppelt werden können.

Maßnahmenpaket zur Gesundheitsförderung Mit dem Ziel, die Produktivität der Mitarbeiter weiter zu steigern und die in Teilbereichen im Vergleich zur Privatwirtschaft hohe Krankenstandsrate zu reduzieren, haben sich Konzernführung und Konzernbetriebsrat auf ein umfassendes Maßnahmenpaket zur Gesundheitsförderung geeinigt. Aufbauend auf einer im Frühjahr durchgeführten Befragung aller ÖBB-Mitarbeiter werden nun gemeinsam mit der Versicherungsanstalt für Eisenbahnen und Bergbau (VAEB) Gesundheitsprogramme unter wissenschaftlicher Leitung erarbeitet, die speziell auf die unterschiedlichen Risikogruppen zugeschnitten sind. Die Gesundheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter soll durch bewusstseinsbildende Maßnahmen und gezielte Angebote, die auch während der Dienstzeit in Anspruch genommen werden können, verbessert werden.

Ausgewogenes und soziales Gesamtpaket "Die getroffenen Vereinbarungen bedeuten einen wesentlichen Fortschritt im Dienstrecht der ÖBB", so Huber und Haberzettl. Es sei ein Fortschritt, der soziale Aspekte berücksichtige und praktische Verbesserungen bringe. "Für die Zukunft der ÖBB und ihre weitere Entwicklung ist der Umstand einer konsensualen Verständigung auf eine gemeinsame Lösung von hoher Bedeutung", so beide abschließend.

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