Csörgits zu Bartenstein: Leiharbeitsstudie muss sofort veröffentlicht werden

Minister hält brisante Studie mit fragwürdigen Argumenten unter Verschluss

Wien (ÖGB) - "Mit fragwürdigen Argumenten hält Arbeitsminister Bartenstein eine Studie zum Thema Leiharbeit geheim. Die Studie wurde mit öffentlichen Geldern finanziert und muss nun auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, auch wenn die Ergebnisse dem Minister nicht passen", sagt ÖGB-Vizepräsidentin und Frauenvorsitzende Renate Csörgits. Mittlerweile publik geworden ist ein Ergebnis der Studie: Demnach sind 65 Prozent der Frauen, die in Leiharbeit beschäftigt sind, akut armutsgefährdet.++++

Eine parlamentarische Anfrage zur Studie beantwortete Minister Bartenstein mit fragwürdigen Argumenten. "Zum einen beruft er sich darauf, dass die Studie noch nicht abgeschlossen ist. Das stimmt aber nicht", sagt Csörgits. Auf der Website des beauftragten Forschungsinstituts L&R Sozialforschung (www.lrsocialresearch.at) ist nachzulesen, dass die Studie im Jahr 2005 abgeschlossen wurde. Zum anderen schreibt Minister Bartenstein, dass die Studie nur als interne Entscheidungsgrundlage gedacht sei. "Auch dieses Argument ist nicht stichhältig. Der Minister kann sich nicht aus öffentlichen Mitteln eine Studie bestellen, und sie dann in der Schublade verschwinden lassen, weil ihm das Ergebnis nicht passt", kritisiert Csörgits. Sie kündigt eine neuerliche Anfrage an Minister Bartenstein an. "Ich möchte wissen, auf welche gesetzlichen Bestimmungen sich der Minister bei der Geheimhaltung der Studie beruft", so Csörgits abschließend.

ÖGB, 23. Mai
2006
Nr. 379

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