Neue "KÄRNTNER TAGESZEITUNG" - Kommentar: Feldzug des Herrn Hojac (von Claudia Grabner)

Ausgabe 23. Mai 2006

Klagenfurt (OTS) - Er lässt die Marionetten wieder tanzen und seinen einst beißwütigsten Kettenhund bellen: Jörg Haider hält - zum wie vielten Mal? - Österreich zum Narren. Diesmal narrt er nicht aus Übermut. Es ist Verzweiflung, die ihn treibt. Politische Leichen wiederzubeleben, sie an die Spitze seiner Partei zu stellen: das ist der Mut eines Ertrinkenden. Eines Ertrinkenden, der sich an einen Peter Westenthaler klammert, um nicht selbst als politische Leiche unterzugehen. Ob er es nicht trotzdem tun wird - darüber entscheidet die Unberechenbarkeit des Volkes. Genauer: jene der rechten Kernschicht.
Vergessen Sie Helmut Qualtinger, vergessen Sie Simmering gegen Kapfenberg: Brutalität ist Westenthaler gegen Strache. Die Wiederbelebung des treuen Dieners zum Herrn bedeutet vor allem eines:
Bruderzwist im Hause "Freiheitlich". Dass Peter Westenthaler - der einmal Hojac hieß, bevor er gegen alles, was auch nur im Ansatz nach Ausland "roch", seinen Feldzug begann - seine Uralt-Parolen ausgraben wird, ist "gegessen". Deshalb, und nur deshalb, wurde er (den Haider im November 2002 "nicht mehr sehen wollte in meiner Partei", u. a. weil er "sich nur die Taschen vollstopft") in den orangen Ring geschickt. Er soll Heinz Christian Strache rechts außen k. o. schlagen. Oder ihm zumindest ein blaues Auge verpassen. Auf dass die Orangen mit einem solchen davonkommen ...

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