HAHN: "VORRANG FÜR BESEITIGUNG VON SPRACHDEFIZITEN"

Integrationskonzept der ÖVP Wien für Vorschul- und Pflichtschulkinder

Wien (OTS) - "Wenn an manchen Schulstandorten in Wien 80 und mehr Prozent der Kinder auf Grund mangelnder Deutschkenntnisse dem Unterricht kaum folgen können, dann läuten nicht nur die pädagogischen, sondern auch die integrationspolitischen Alarmglocken", betonte VP-Landesparteiobmann Johannes Hahn anlässlich der Präsentation von detaillierten Vorschlägen zur besseren Sprachintegration in Wien.

Aus Untersuchungen des Stadtschulrates gehe hervor, dass gegenwärtig rund 17 Prozent der in die Volksschule kommenden Kinder - unabhängig von deren Erstsprache - akute Sprachdefizite aufweisen. Der Anteil der Schüler mit nicht deutscher Erstsprache liege in den Volksschulen durchschnittlich bei rund 46 Prozent, in den Hauptschulen bereits deutlich über 50 Prozent.

Deshalb fordert Stadtrat Johannes Hahn namens der Integrationspolitik der ÖVP Wien:

  • Vorverlegung der Schuleinschreibgespräche auf mindestens ein Jahr vor Schuleintritt. Damit sollen Schulleiter und Unterrichtsbehörden frühzeitig Einblick in die Sprachdefizite der künftigen Schüler erhalten.
  • Angebot des letzten Kindergartenjahres gratis, um schon im Vorschulalter die sprachlichen Unzulänglichkeiten nach Möglichkeit abzubauen.
  • Für die Anzahl jener Kinder, die in einer Kindergartengruppe oder einer Pflichtschulklasse der deutschen Sprache nicht mächtig sind, sollen Maximalquoten von maximal jeweils einem Drittel eingeführt werden.
  • Die Integrationslasten sollen innerhalb Wiens auf alle Schulstandorte bzw. Kindergärten gleichmäßiger verteilt werden.

Dies werde, so Johannes Hahn, noch eine Fülle an Aufklärungsarbeit erfordern. Doch solange in Wien die Beseitigung von Sprachbarrieren im Vorschulalter nicht wirklich funktioniere, sei die Quotierung ein gangbarer und vertretbarer Weg, um der fortschreitenden "Sprachlosigkeit in der Schule als Folge der Dominanz von Kindern mit Migrationshintergrund in der Klasse" entgegen zu wirken. Die Lebenschance sei ohne die Sprachchance undenkbar, so der ÖVP - Wien -Obmann.

Hahn forderte in diesem Zusammenhang vom Stadtschulrat die Erstellung von Statistiken nach qualitativen Kriterien der jeweiligen Sprachbeherrschung. Die statistische Erfassung der Kinder ausschließlich nach dem Kriterium der Erstsprache sei für eine schulische Integrationspolitik unzureichend.

Die Integrationssprecherin der ÖVP Wien, Sirvan Ekici, betonte, die Migranten seien selbst an wirksamen Maßnahmen zur raschen Beseitigung von Sprachdefiziten vital interessiert. Sie kenne in türkischen Migrantenkreisen zahlreiche Eltern und auch
Elternvereinsobleute, denen bewusst ist, dass sich die deutschen Sprachkenntnisse ihrer Kinder in Klassen mit 80 oder 90 Prozent Migrantenquote nicht nachhaltig verbessern lassen. Die Familien würden unter Umständen längere Anfahrtswege zu Kindergärten bzw. Schulen in Kauf nehmen, wenn dafür gewährleistet ist, dass die sprachliche Integration rascher und fundierter erfolgt.

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