Csörgits: "Käthe Leichter war eine Vorkämpferin für die Gleichberechtigung"

ÖGB-Frauenvorsitzende bei Enthüllung von Käthe-Leichter-Gedenkzeichen

Wien (ÖGB) - "Käthe Leichter war eine Vorkämpferin für die Gleichberechtigung von Frauen und Pionierin im Kampf um bessere Arbeitsbedingungen für Frauen" erinnerte ÖGB-Vizepräsidentin und Frauenvorsitzende Renate Csörgits heute, Montag, anlässlich der Enthüllung eines Gedenkzeichens für Käthe Leichter in der Wiener Ebendorferstraße im ersten Bezirk. Käthe Leichter baute 1925 die Frauenabteilung in der Wiener Arbeiterkammer auf und kämpfte als engagierte Frauenrechtlern für die sozialen und wirtschaftlichen Interessen von Arbeiterinnen.++++

Gemeinsam mit Rosa Jochmann und anderen Gewerkschafterinnen kämpfte Käthe Leichter vehement für die Verbesserung der Situation der Frauen. Csörgits: "Käthe Leichter gelang es bereits damals durch engagierten und intensiven Einsatz, in enger Kooperation mit den Gewerkschaften, der Gesellschaft den erschreckenden Zustand der Frauenarbeit und des Frauenlebens in Österreich aufzuzeigen. Vieles, aber noch lange nicht alles ist seitdem auf dem Gebiet der Gleichstellung erreicht worden."
Csörgits sprach insbesondere die unterschiedlichen Chancen von Männern und Frauen in der Arbeitswelt wie z. B. die eklatanten Einkommensunterschiede an. "Das Gedenkzeichen für Käthe Leichter soll an ihren Kampf für die Rechte und die Chancen der berufstätigen Frauen erinnern. Es soll aber auch daran erinnern, was noch nicht erreicht wurde", so Csörgits.

Die ÖGB-Frauenvorsitzende erinnerte in diesem Zusammenhang an eine von Käthe Leichter getätigte Aussage im Rahmen des 10. Gewerkschaftstages im Jahr 1926: "Bei der Forderung nach gleichem Lohn für gleiche Leistung handelt es sich nicht um ein frauenrechtlerische Forderung, die gestellt wird, weil die Frauen in ihrem Gerechtigkeitsgefühl gestört sind, sondern um eine Aufgabe für die gesamte Gewerkschaftsbewegung." Csörgits: "Diese Aussage ist von ungebrochener Aktualität."

"Käthe Leichter zu gedenken und ihr und ihrem erfolgreichen Wirken heute ein Zeichen zu setzen ist nicht nur eine Verpflichtung und eine Aufgabe, die wir erfüllen.
Ich glaube, dass es uns als GewerkschafterInnen, als VertreterInnen der Arbeiterkammer, als SozialdemokratInnen und überzeugte AntifaschistInnen ein persönliches Anliegen ist. Käthe Leichter war eine Frau, die nie aufgab, die mit großem Engagement für die Rechte der arbeitenden Frauen und für Freiheit und Demokratie eintrat, die nie still stand. Auch wir dürfen nicht stillhalten, wenn Unrecht geschieht und müssen gemeinsam weiterkämpfen!", so Csörgits abschließend.

ÖGB, 22. Mai
2006
Nr. 376

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