OeNB - Verleihung des Klaus-Liebscher-Preises

Wien (OTS) - Im Rahmen der 34. Volkswirtschaftlichen Tagung der Oesterreichischen Nationalbank überreichte Präsident Schimetschek heute zum zweiten Mal den Klaus-Liebscher-Preis. Dieser Preis wurde 2005 anlässlich des 65. Geburtstages von Gouverneur Liebscher und in Anerkennung seiner Leistungen für Österreichs Teilnahme an der Europäischen Währungsunion und für die europäische Integration eingerichtet.

Der Preis wird jährlich vergeben und ist mit insgesamt -20.000,- dotiert. Dieser Betrag wird zu gleichen Teilen an zwei junge ÖkonomInnen aus EU-Mitglieds- oder EU-Kandidatenländern überreicht, die hervorragende wissenschaftliche Arbeiten zu Themen der europäischen Integration und Währungsunion verfasst haben.

Aus einer Vielzahl qualitativ hochwertiger Einreichungen wurden folgende zwei Studien zur Prämierung ausgewählt:

1."The Mystique of Central Bank Speak", verfasst von Petra Geraats (University of Cambridge, Großbritannien). Die Autorin zeigt, dass ein gewisser Grad an Ambiguität in der Kommunikationsstratgie von Notenbanken durchaus vorteilhaft sein kann. Insbesondere kann es sich als positiv herausstellen, wenn zwar Inflationsziele klargelegt werden, wenn aber andererseits Informationen über Output-ziele oder Angebotsschocks nur ansatzweise weitergegeben werden. Der Grund für dieses theoretisch abgeleitete Ergebnis ist, dass Transparenz über Inflationsziele die Inflationserwartungen stabilisiert, während Transparenz über reale Entwicklungen zu stärkeren Bewegungen der Inflationserwartung und zu einer Überreaktion der Märkte führen kann.

2."Responses to Monetary Policy Shocks in the East and the West of Europe: A Comparison", verfasst von Marek Jarocinski (Universitat Pompeu Fabra, Barcelona). Der Autor argumentiert, dass vor Einführung der Währungsunion die Auswirkungen der Geldpolitik auf Preise und Produktion in den Euroraum-Ländern ähnlich waren wie derzeit in den neuen EU-Mitgliedstaaten. Es zeigt sich, dass in den neuen Mitgliedstaaten der Einfluss der Geldpolitik auf die Preise heute sogar stärker wirkt als damals in den Euroraumländern. Dies widerspricht der bisherigen Sicht, dass Geldpolitik wegen des schwächer entwickelten Finanzsystems in den neuen Mitgliedstaaten weniger effektiv sein soll.

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