Vermessen, codiert, entschlüsselt?

Wien (OTS) - Potenziale und Risken der zunehmenden Datenverfügbarkeit sind Thema der Sechsten Österreichischen TA-Konferenz des Instituts für Technikfolgen-Abschätzung (ITA) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) am 29. Mai 2006 in Wien.

Die Biotechnologie analysiert Daten aus der Genomentschlüsselung. Die Medizin entwickelt neue Methoden und Techniken zur "Vermessung" des menschlichen Körpers. Im Umweltsektor werden immer weiter verfeinerte Daten zur Bestimmung von Nachhaltigkeit genutzt. Die informationstechnologische Durchdringung des Alltags - Stichwort "Intelligente Umgebungen" - schreitet weiter voran. Die Informationsgesellschaft prägt "digitale Lebensstile".

Mit den jüngsten Entwicklungen des technischen Fortschritts gewinnen Formen und Reichweite der Erzeugung von Daten eine neue Dimension. Informationen - auch personenbezogene - werden in bisher unübertroffener Breite und Tiefe gesammelt, analysiert, verknüpft und verwertet.

Die erhofften Vorteile sind ein Zugewinn an Lebensqualität, Sicherheit, Komfort oder Effizienz. Die intensivierte "Vermessung" des Menschen und seiner Umwelt wirft jedoch auch Probleme auf: Wie lässt sich der Missbrauch von Informationen oder die Verletzung von Grund- und Persönlichkeitsrechten vermeiden? Wie ist mit technisch machbaren Innovationen umzugehen, deren Folgen nicht oder nur schwer absehbar sind?

Diese und andere Fragen beleuchten Technikfolgen-Forscher und -Forscherinnen aus Deutschland, der Schweiz und Österreich im Rahmen der Konferenz "TA’06: Vermessen, codiert, entschlüsselt? Potenziale und Risken der zunehmenden Datenverfügbarkeit" am 29. Mai 2006 in der ÖAW.

"Die Tagung soll sich mit dem Spannungsfeld von Vorteilen, sozialem Fortschritt und wirtschaftlichem Nutzen sowie möglichen Risken beziehungsweise unerwünschten gesellschaftlichen Folgen auseinandersetzen", sagt Georg Aichholzer, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Instituts für Technikfolgen-Abschätzung der ÖAW und Konferenzverantwortlicher.

Zu den Vortragenden zählen Werner Rammert von der Technischen Universität Berlin ("Die Macht der Datenmacher in der fragmentierten Wissensgesellschaft") sowie Giulio Superti-Furga, vom Ce-M-M-Research Center for Molecular Medicine, Wien ("Das post-genomische Rätsel Mensch: Herausforderungen nach der reduktionistischen Phase").

Thematische Sessions widmen sich der Vermessung des Menschen (z. B. im Zusammenhang mit der Bestimmung individueller Risikolagen), der Frage nach der Sicherheit von genetischen Daten, den gesellschaftlichen Herausforderungen durch die zunehmende Digitalisierung des Alltags, den Chancen und Risken von Sicherheitstechnologien, bis hin zu den datenmäßigen Grundlagen von Nachhaltigkeit.

Weitere Informationen zur TA’06 finden Sie unter http://www.oeaw.ac.at/ita/ta06/

Rückfragen & Kontakt:

Dr. Georg Aichholzer bzw. Sabine Stemberger
Institut für Technikfolgen-Abschätzung
Strohgasse 45
A-1030 Wien
T: +43 1 51581 - 6591, - 6582
E-mail: aich@oeaw.ac.at; sstem@oeaw.ac.at
www.oeaw.ac.at/ita

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