Neues Volksblatt: "Jet-Spiele" (von Christian Buchar)

Ausgabe vom 19. Mai 2006

Linz (OTS) - Wohl nur eine absolute Minderheit in Österreich ist
in der Lage, die bekannt gewordenen Inhalte des Eurofighter-Kaufvertrags auch zu verstehen. Umso mehr zählt die Einschätzung eines wirklichen Experten, der im Jet-Vertrag "keinen Skandalvertrag" erkennen kann. Freilich: In Wahljahren klingen seriöse Stimmen, gerade zu so komplexen Materien, besonders leicht leiser als jene politischer Marktschreier. SP-Chef Gusenbauer, der in seiner Agitation immer mehr FP-Chef Strache ähnelt, hat mit seiner Aufforderung, bei der NR-Wahl gleich auch für eine Abbestellung der Jets, also SPÖ, zu stimmen, offengelegt, worum es ihm wirklich geht:
Parteipolitik, Parteipolitik, Parteipolitik - wozu auch die Eurofighter als Ablenkmanöver von der BAWAG/ÖGB-Affäre zählen. Was dabei auf der Strecke bleibt, sind Grundkonstanten der Republik. Weder der Neutralität, noch der umfassenden Landesverteidigung, noch dem Arbeitsplatz- und Wirtschaftsstandort - glaubt Gusenbauer wirklich, dass seine Agitation bei Gegengeschäftspartnern Vertrauen einflößt? - wird so entsprochen. Im parteipolitischen Moment ist noch nie die Zukunft des Staates gelegen.

Rückfragen & Kontakt:

Neues Volksblatt
Chefredaktion
Tel. 0732/7606 DW 782
politik@volksblatt.at
http://www.volksblatt.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NVB0001