Forderungen zur Sicherung der Unabhängigkeit und Glaubwürdigkeit des ORF

ORF-Journalisten erhoffen, dass Armin Wolfs Hochner-Preis-Rede Anstoß zu einer breiten, öffentlichen Diskussion wird

Wien (OTS) - Die Medienresonanz von Armin Wolfs Hochner-Preis-Rede und die daraufhin in geradezu unglaublicher Breite geäußerte Zustimmung ist für die ORF-Journalistinnen und Journalisten Anlass zur Hoffnung, dass das zum Anstoß einer umfassenden öffentlichen Diskussion über die Notwendigkeit der Sicherung und des Ausbaus der Unabhängigkeit und damit der Glaubwürdigkeit des ORF wird.

Der ORF ist zweifellos demokratiepolitisch, kulturell und für die nationale Identität zu wichtig um seine Aufgaben weiterhin unter untauglichen gesetzlichen Rahmenbedingungen erfüllen zu müssen, Rahmenbedingungen, die nicht zuletzt parteipolitische Einflussnahmeversuche geradezu herausfordern. Die Erfüllung konkreter Forderungen der ORF-Journalistinnen und
-Journalisten wird vom Gesetzgeber seit Jahren beharrlich verweigert. Vielleicht hilft - in doppelter (ORF- und Nationalrat-)Vorwahlzeit -ein breiter öffentlicher Diskurs. Diesen zu erzwingen, sollte doch gerade ein von der Journalistengewerkschaft vergebener Preis erleichtern.

In der Kleinen Zeitung wird über die Vorhofer- und Hochner-Preis-Verleihung als "Sternstunde des unabhängigen Journalismus" berichtet. Ziel einer breiten öffentlichen Debatte müsste sein, dass unabhängiger Journalismus nicht als Sternstunde, sondern als Alltag empfunden wird.

Armin Wolf sagte Mittwochabend in den der Hofburg u. a.: "Im ORF -diesem für den demokratischen Diskurs in Österreich wahrscheinlich wichtigsten Medium - arbeiten viele der kompetentesten und besten Journalistinnen und Journalisten des Landes. Sie sind unabhängig, unbequem und unberechenbar." Gesetzgeber, Stiftungsräte, Geschäftsführung, etc. sind aufgefordert deren Arbeit wenigstens nicht (mehr oder weniger offen) zu behindern. Und zu nicht unwesentlichen Behinderungen journalistischer Arbeit im ORF gehört auch der Eindruck, den öffentliche Verhaltensweisen führender Repräsentanten des Unternehmens erwecken. Etwa, wenn bei der Verleihung der wichtigsten österreichischen Journalistenpreise zwar "die Crème de la Crème der Medienzunft dieses Landes" ("Kleine Zeitung") versammelt war, aber die ORF-Spitze weitgehend durch Abwesenheit glänzte. Unter den Abwesenden auch etliche, die zwei Tage davor bei einer Parteiveranstaltung eifrig applaudierten.

Der ORF-Redakteursrat
(Markus Sint, Danielle Spera, Fritz Wendl)

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