Blecha: Pflegegeld jährlich valorisieren, Pflegeangebot ausweiten

PVÖ-Fachtagung zur "Zukunft des Alterns": Umfassende Solidarität bei Alterssicherung gefordert

Wien (SK) - Vor dem Hintergrund einer zunehmend älter werdenden Gesellschaft und der steigenden Zahl Hochbetagter sei das Angebot im Pflegebereich (mobile Dienste, Pflegezentren) auszuweiten - zudem müsse das Pflegegeld endlich jährlich valorisiert werden, forderte der Präsident des Pensionistenverbandes Österreich (PVÖ), Karl Blecha, am Donnerstag Vormittag in einer Pressekonferenz im Rahmen der Fachkonferenz "Die Zukunft des Alterns". "Die soziale Sicherung des Alters setzt eine Solidarität der gesamten Gesellschaft voraus", so Blecha, der betonte, dass der PVÖ auch Interessensvertretung für Menschen des vierten Lebensabschnitts sei - für jene Hochbetagten also, die einer Pflege bedürfen, die stets auf die Würde des Einzelnen abzustellen habe. Die vom PVÖ gestartete Kampagne "Lang leben lernen" wolle die Lebensqualität älterer Menschen und ihre geistige Leistungsfähigkeit steigern, ihnen aber auch den Nutzen modernen Kommunikationsformen aufzeigen, so Blecha. ****

Zum Thema "Die Zukunft des Alterns" nahmen weiters Stellung: Peter Mader (Ombudsmann für Pflege und Heime im PVÖ), Prof. Dirk Jarré (Europäischer Wirtschafts- und Sozialausschuss) sowie Univ. Prof. Franz Kolland (Uni Wien, Institut für Soziologie). Das Haus am Mühlengrund des Kuratoriums der Wiener Pensionistenhäuser -Veranstaltungsort der Fachtagung - sei ein "Musterhaus für qualitativ hochwertigste Pflege bei voller Wahrung der Würde und Entscheidungsfähigkeit der betreuten Menschen", bekräftigte Blecha.

Pflegegeld wertanpassen, zusätzliche Beträge für Betreuung und Beratung

Das 1993 eingeführte Pflegegeld sei eine "Pioniertat" gewesen, so Blecha, der unterstrich, dass "ein jährlich valorisiertes Pflegegeld zusammen mit einer strengen Kontrolle seiner Verwendung und einer kontinuierlichen Prüfung der Einstufung der beste Weg für eine innovative Pflegevorsorge" sei. Der Produktivitätszuwachs sei höher als der steigende Altenanteil - daher sei das Gerede von unsicheren Pensionen unangebracht, so Blecha mit Hinweis darauf, dass es sich hier um eine Verteilungsfrage handle. Die betreuenden Personen benötigten eine verstärkte soziale Absicherung, weiters seien mehr Mittel für eine verbesserte Beratung bereitzustellen. An weiteren Forderungen, für die der PVÖ kämpfte und kämpfe, hielt Blecha fest:

  • Wertsicherung der Pensionen
  • Stärkere Anhebung des Ausgleichszulagen
  • Leistungsorientiertes Pensionskonto
  • Bundeseinheitliche Heizkostenzuschüsse
  • Einführung einer Wertschöpfungsabgabe zur Finanzierung des Gesundheits- und Pensionssystems sowie
  • ein solidarisch finanziertes Gesundheitssystem und damit eine klare Absage an die Zwei-Klassen-Medizin.

Harsche Kritik übte Blecha daran, dass zwar die gering besteuerten Gewinne der Unternehmen immens gestiegen seien, die Löhne, Gehälter und Pensionen seit Antritt der schwarz-bunten Regierung aber "real gesunken" seien. Vehement zu kritisieren seien weiters die Eingriffe ins Pensions- und Gesundheitssystem, deren "Nachwirkungen besonders die PensionistInnen von morgen treffen werden".

Finanzierung der Betreuung von Hochbetagten als "brennend aktuelle Herausforderung"

Die erfreuliche Tatsache, dass die Menschen immer länger leben, bringe es naturgemäß mit sich, dass der Bedarf nach Betreuung und Pflege von Hochbetagten immer größer werde, führte der Präsident des PVÖ aus. Die Finanzierung dieser Betreuung und Pflege sei als "brennend aktuelle Herausforderung" sicherzustellen, so Blecha, der verdeutlichte, dass dazu auch "die Betroffenen und ihre Angehörigen nach Maßgabe ihrer Leistungsfähigkeit beitragen müssen". Klar sei auch, dass man bereits jetzt die Entscheidungen treffen müsse, die eine hochwertige Betreuung der steigenden Zahl an Hochbetagten in den nächsten Jahren möglich mache, so Blecha mit Blick auf Zahlen der Statistik Austria. So steige bis zum Jahr 2035 die Zahl der 75- bis 85-Jährigen von derzeit 400.000 auf eine Million, während die Zahl der mehr als 85-Jährigen von derzeit 140.000 auf rund 500.000 bis 600.000 steige. Der daraus zu erwartenden Zunahme von Pflegebedürftigkeit sei Rechnung zu tragen, so Blecha, der hervorhob, dass die private Pflege in größerem Ausmaß unterstützt werden müsse. Überdies müsse gewährleistet sein, dass "Personen, die ihre eigenen Interessen nicht mehr wahrnehmen können, geschützt bleiben, Pflege erhalten und ihre Würde bewahrt wird", schloss Blecha. (Schluss) mb

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