ORF-Generaldirektorin Lindner zu Armin Wolf: "Bedauere mangelnde Solidarität und öffentliche Selbstinszenierung"

Wien (OTS) - Zu den öffentlichen Äußerungen von Armin Wolf hält ORF-Generaldirektorin Dr. Monika Lindner fest:
"Die in der Öffentlichkeit erhobenen Vorwürfe von Redakteur Armin Wolf gegen Journalistinnen und Journalisten und das Management des ORF betreffend Parteieneinfluss und mangelnde Unabhängigkeit sind entschieden zurückzuweisen, weil sie Teil der politischen Interessenlandschaft sind, in die der ORF gestellt ist. Der Vorwurf ungenügender innerer Pluralität im ORF, also mangelnder Vielfalt weltanschaulicher Positionen unter den Redakteurinnen und Redakteuren, wird schon dadurch widerlegt, dass Armin Wolf selbst als Wortführer der Unternehmenskritik auftritt. Solche Unternehmensschelte durch Mitarbeiter bedauere ich als Geschäftsführerin, weil es von mangelnder Solidarität zeugt, nicht das Gespräch im Unternehmen zu suchen, sondern die öffentliche Selbstinszenierung zu wählen.

Die von Armin Wolf kritisierten Strukturen in der Informationsdirektion Fernsehen sind international üblich und wirtschaftlich zweckmäßig. Der Information des ORF werden von unserem Publikum die besten Noten ausgestellt. Für die Information gelten nach wie vor die Postulate der Unabhängigkeit, der Objektivität und der Meinungsvielfalt uneingeschränkt. Von diesem Kurs wird sich das Unternehmen unter meiner Führung durch interessenpolitische Zwischenrufe und Selbstdarstellungsbedürfnisse Einzelner nicht abbringen lassen. Das gilt gerade angesichts der bevorstehenden Nationalratswahl, die vom Versuch politischer Kräfte begleitet sein könnte, den ORF zum Wahlkampfthema zu machen. Diesen Tendenzen sollte man im Interesse des Unternehmens keine Nahrung geben. Eine sachliche Debatte in den zuständigen Gremien des ORF ist jederzeit möglich. Wenn aber ein Mitarbeiter glaubt, er müsse durch öffentliche Brandreden seinem Namen Ehre machen, so ist dieses Verhalten als unangemessen zurückzuweisen."

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