AK Wien Vollversammlung (2): Wiener Wirtschaftswachstum weiter stärken

Wien verzeichnet höchste Zuwächse an Arbeitsproduktivität - AK fordert Fortsetzung und Verstärkung der aktiven Beschäftigungspolitik

Wien (OTS) - Die Wiener Wirtschaft ist österreichweit durch die höchste Dynamik und den stärksten Strukturwandel gekennzeichnet. So stieg in den letzten drei Jahrzehnten die Arbeitsproduktivität in Wien um 20 Prozent stärker als im österreichischen Durchschnitt: Das zeigt eine Studie des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung (WIFO). Damit die Wiener Wirtschaft weiter wächst, fordert die Vollversammlung der AK Wien von der Wiener Stadtregierung die Fortsetzung und Verstärkung der beschäftigungs-und wachstumsorientierten Struktur- und Standortpolitik: zum Beispiel den Ausbau und die Sicherung eines schlagkräftigen regionalen Innovationssystems und den Aufbau eines Technologietransfernetzes für kleine Unternehmungen. So können bestehende Arbeitsplätze abgesichert und neue geschaffen werden. Die Vollversammlung der AK Wien verlangt überdies die Weiterführung der aktiven Qualifizierungs- und Sozialpolitik, etwa langfristige und kontinuierliche Maßnahmen am Arbeitsmarkt und in der Qualifizierung und Weiterbildung der Beschäftigten und der Arbeit Suchenden.

Die überdurchschnittlichen Zuwächse der Arbeitsproduktivität sind für Wien - bedingt durch seine Nähe zu Ländern mit sehr niedrigen Lohnkosten - von große Bedeutung, damit die Einkommen der Beschäftigten langfristig abgesichert werden können. Das Wirtschaftswachstum muss daher aber vergleichsweise hoch liegen, um in der Beschäftigungsdynamik nicht zurückzufallen. Gleichzeitig verschiebt sich die ökonomische Basis der Stadt gravierend. Seit 1970 hat die Beschäftigung in Wiens Dienstleistungsbereich um 179.000 Menschen zugenommen, das ist ein Plus von 42 Prozent. Derzeit arbeiten 83 Prozent der unselbstständig Beschäftigten Wiens in Dienstleistungsbereichen. Wien soll in Zukunft noch stärker als überregionales Dienstleistungszentrum in Zentraleuropa positioniert werden, fordert die AK.

Was die Wiener Wirtschaft zusätzlich kennzeichnet ist die hohe Know-how- und Technologieintensität sowohl der Dienstleistungs- als auch der Sachgüterproduktion. Technologieintensive Branchen in der Sachgüterproduktion sind in Wien mehr als doppelt so stark vertreten wie in Österreich. Auch Branchen mit einer Ausrichtung auf höherer Arbeitnehmerqualifikationen sowie Branchen mit Qualitätswettbewerb dominieren in Wien stärker als im überigen Österreich die Beschäftigungsstruktur. Im Dienstleistungsbereich verläuft die Entwicklung bei hoher Dynamik in eine ähnlich positive Richtung. Auch hier wachsen vor allem softwareintensive Branchen und Branchen mit hohen Qualifikationsanforderungen an die Beschäftigten rasch, auch hier ist in diesen höherwertigen Aktivitäten mittlerweile eine klare Spezialisierung im Vergleich zu den übrigen Bundesländern feststellbar.

Die Vollversammlung der AK Wien fordert daher die Fortsetzung und Verstärkung der beschäftigungs- und wachstumsorientierten Struktur-und Standortpolitik und insbesondere auch eine aktive Qualifizierungs- und Sozialpolitik.

Die von der Wiener Wirtschaftspolitik verfolgte Strategie der Netzwerk- und Clusterbildung muss fortgesetzt werden, verlangt die Vollversammlung der AK Wien. Stärkefelder sind hier die Bereiche Kultur - Neue Medien ("Creative Industries"), Biotechnologie ("Life Sciences") und Informationstechnologie.

Die Vollversammlung der AK Wien fordert überdies eine bessere Abstimmung und Neuausrichtung der Förderaktivitäten. VertreterInnen der AK sollen in alle die Entscheidungsgremien der Wiener Förderinstrumentarien miteinbezogen werden.

Für atypische Beschäftigungsformen will die AK eine verbesserte soziale Absicherung. Die Chancen, von einem geringfügigen auf einen Vollzeitjob zu wechseln, müssen erhöht werden: etwa durch entsprechende Anreize für die Unternehmen, und durch die Einbindung der Teilzeitkräfte in betriebsinterne Qualifizierungs- und Weiterbildungsprogramme.

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