Wasserkraft-Projekt Ilisu: Stimmen aus der Region in Österreich

Delegation aus Vertretern der lokalen Bevölkerung erläutert Bedeutung des Staudamms

Wien (OTS) - Das Wasserkraftwerk Ilisu wird uns Arbeit, ein
stabiles Einkommen und Brot für unsere Familien bringen", erklärte am Mittwoch Mehmet Celik, das gewählte Dorfoberhaupt des südost-anatolischen Dorfes Ilisu in Wien. Er ist gemeinsam mit drei weiteren kurdisch-stämmigen Vertretern der Region Mardin, Dargecit und Hasankeyf nach Österreich gekommen, um die Bedeutung des Wasserkraft-Projekts Ilisu für die Bevölkerung der Region zu erläutern.

Mehmet Celik ist ein direkt Betroffener: "Ich werde als Erster mein Haus räumen müssen, weil das Dorf Ilisu am Ort der Damm-Baustelle steht. Dennoch bin ich für das Projekt, weil es uns endlich Arbeit, neue Straßen und neue Chancen für unsere Kinder bringen wird." Herr Celik hat sich für die Entschädigungs-Variante entschieden, die ihm und seiner Familie ein neues Haus unweit der alten Siedlung sichert.

"Hasankeyf wird gerettet"

Ein leidenschaftliches Plädoyer für das Projekt hielt auch Ahmet Akdeniz, ein Bewohner der Stadt Hasankeyf, die teilweise vom neuen Tigris-Staussee betroffen sein wird. Akdeniz leitet den lokalen Verband "To Keep Hasankeyf Alive", der die archäologisch wertvolle Stadt schützen und überregional bekannt machen will. "Zurzeit zerfallen die kostbaren Monumente und das brennt mir in der Seele", berichtete er. Er und seine Mitstreiter könnten nur zusehen, wie das uralte Erbe dahinschwinde. "Das Konsortium und der türkische Staat werden 100 Millionen Dollar zur Verfügung stellen, um unser Erbe zu retten. Sie werden einen Kultur-Park errichten und die betroffenen Monumente dorthin bringen und restaurieren. Was kann es Schöneres geben?"

Die Millionen-Investition sei die letzte Chance für das alte Hasankeyf, betonte Akdeniz. Der Kulturpark werde Tourismus und den wirtschaftlichen Aufschwung "für unsere arme Region" bringen.

Akdeniz stellte fest, dass er keinerlei Verbindung zur "Initiative To Keep Hasankeyf Alive" habe. "Niemand aus dieser Initiative lebt in Hasankeyf und kennt unsere Situation. Ich weiß nicht, wer uns hier retten will und rufe die Beteiligten daher auf, gemeinsam mit uns die wahren Probleme von Hasankeyf zu bekämpfen: Hunger und Arbeitslosigkeit."

"Neue Straßen für den Aufschwung"

Tefvik Vural, Einwohner von Dargecit und Kleinunternehmer, erläuterte die wirtschaftliche Bedeutung des Staudamms für seine Stadt, die nur wenige Kilometer von der Staumauer entfernt sein wird. "Die Straße, die uns mit dem Rest der Provinz verbindet, wurde in den Dreißiger Jahren notdürftig errichtet. Es ist eine Feldstraße mit Schlaglöchern und bei starken Regenfällen kaum befahrbar. Der Bau des Staudamms wird mit der Neuerrichtung dieser Straße beginnen, über die der gesamte Bau-Verkehr nach Ilisu laufen wird." Seine Stadt werde dadurch "endlich keine Sackgasse mehr sein". Er erwartet sich von dem Projekt einen wirtschaftlichen Aufstieg für Kleinunternehmer wie ihn (Herr Vural besitzt eine Bäckerei) und den Rest der Bevölkerung.

"Die Arbeitslosigkeit in der Region ist bedrückend hoch. Die meisten Jungen gehen in den Westen der Türkei oder ins Ausland, weil sie keine Arbeit finden", schilderte Mehmet Besir Hamidi, der gewählte Abgeordnete der betroffenen Provinz Mardin, die Situation. "Die enorme Investition, die das Wasserkraftwerk Ilisu darstellt, bringt neue Hoffnung. Schon jetzt fragen viele Ausgewanderte an, wann das Projekt beginnt, damit sie in die alte Heimat zurückkehren können", sagte der türkische Parlamentarier.

Der Wasserkraft-Projekt Ilisu wird von einem Konsortium aus österreichischen, deutschen, Schweizer und türkischen Firmen getragen. Das Projekt-Volumen liegt bei 1,2 Milliarden Euro. Führerin des Konsortiums ist die österreichische VA Tech Hydro (Anteil 230 Millionen Euro). "Das Projekt Ilisu bringt für die Türkei saubere, erneuerbare Energie und für den armen Südosten Anatoliens einen erheblichen wirtschaftlichen Aufschwung mit 20.000 neuen Arbeitsplätzen. In Österreich sichert das Projekt hunderte hoch qualifizierte Jobs", sagte DI Alexander Schwab, Sprecher des Errichter-Konsortiums.

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